Wegen der hohen Preise können sich junge Familien keine Einfamilienhäuser mehr leisten, heißt es. Die Frage ist, ob das längerfristig an der fröhlichen Versiegelung unserer Landschaft durch Asphalt und Beton etwas ändern wird. Die ist nämlich katastrophal. 2021 sind im Schnitt in Österreich jeden Tag zehn Hektar an Fläche verbraucht worden. Davon gingen 5,8 Hektar durch Versiegelung dauerhaft verloren, berichtete das Umweltbundesamt – umgerechnet rund acht Fußballfelder pro Tag. Ein Versiegelungsgrad von 58 Prozent (dauerhaft verlorengegangen) ist ungewöhnlich hoch. Sonst lag er knapp über 40 Prozent.

2021 sind im Schnitt in Österreich jeden Tag zehn Hektar an Fläche verbraucht worden.
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Selbstverständlich macht das meiste an Bodenversiegelung die flotte gewerbliche Zubetonierung durch Einkaufszentren etc. aus. Wer aber einmal sensibilisiert ist und mit offenen Augen durch Stadt und Land geht, der fragt sich oft: Wozu musste hier auch noch ein grauer Belag drüber? Wobei ja etliche Mitbürger einen Horror vor Grün und Pflanzen zu haben scheinen, wie die beliebten Schottervorgärten beweisen.

Beim Flächenfraß ist Österreich europaweit vorn. Sogar konservative Institutionen wie die Österreichische Hagelversicherung beklagen den Verlust an "Natur- und Lebensraum" und damit eines Stücks Identität. Die Bundesregierung hat da ein Programm, aber wie das Bundesumweltamt feststellt, ist es noch zu "keiner substanziellen Verringerung des Bodenverbrauchs gekommen". (Hans Rauscher, 3.12.2022)