Das neue Raserpaket wirkt nur auf den ersten Blick abschreckend. Wer genauer hinsieht, wird schnell erkennen, dass es zahnlos ist: Es können nämlich nur Autos eingezogen werden, die dem Raser auch gehören.

Vor allem junge Menschen sind oft mit dem Auto ihrer Eltern unterwegs. Und nicht selten ist das erste eigene Auto immer noch auf die Eltern zugelassen, weil die in einer besseren Bonusstufe sind, als man sie in einem Neuvertrag bekommen würde. Zudem könnte man als Autofahrer mit einem Hang zum Rasen das Auto einfach auf die Mama oder Oma anmelden und wäre aus dem Schneider. Mietet man sich übers Wochenende einen Sportwagen, kommt man im Deliktfall ebenfalls glimpflicher davon denn als Besitzer. Und dann ist da die riesige Lücke, die sich mit Leasingfahrzeugen auftut. Auch diese Autos können nicht beschlagnahmt werden.

Im Juli 2022 waren in Österreich mehr als 723.000 Pkws Leasingfahrzeuge. Von den 303.000 Neuanmeldungen 2021 waren 215.000 Leasingautos. Und diese Zahl dürfte bei Menschen mit einem Hang zur generösen Auslegung von Verkehrsvorschriften demnächst steigen. Man ist ja nicht Feind seines eigenen Geldes. Dabei wäre diese Lücke einfach zu schließen.

Wenn ein Raser mit einem Auto, das nicht sein eigenes ist, so schnell unterwegs ist, dass der Wagen beschlagnahmt werden müsste, könnte man den Wert des Fahrzeugs als zusätzliche Geldstrafe festlegen. Andernfalls zügelt man nur Besitzer. (Guido Gluschitsch, 6.12.2022)