Die RTL-Serie "Das Haus der Träume" erzählt von den Glanzzeiten alter Kaufhäuser.

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Wien/Berlin – Kaufhäusern sind oft nostalgisch konnotiert. Vielleicht gab es eine Tante, die früher bei Karstadt gearbeitet hat. Manche haben es geliebt, mit der Rolltreppe in die Spielzeugabteilung zu fahren. Oder erinnern sich daran, wie sie als Teenager das erste Parfüm im Erdgeschoss kauften. Entsprechend oft wird das Kaufhaus als Sehnsuchtsort im TV verwendet. Am Dienstag (20. Dezember) startet RTL nun die nächste entsprechende Serie unter dem pathetischen Titel "Das Haus der Träume".

Berlin, 1928: Arthur Grünberg (Alexander Scheer) schlendert durch eine Gasse. Na, wie weit sind Sie?, wird er gefragt. Er versichert den Leuten, dass sein Kaufhaus bald öffnen werde. Im "Jonass", so seine Idee, sollen Menschen in Raten zahlen können. Damit sollen sich auch die Leute etwas leisten können, die wenig Geld haben.

"Wir sind damit das erste Kreditkaufhaus Europas – und das, meine Herren, das ist sensationell", sagt Grünberg bei einem Geschäftstreffen. Als die anderen noch Zweifel am Projekt haben, zieht er sich aus und zeigt splitternackt seine Kriegsnarben. Wenn er an etwas glaube, sagt Grünberg, dann sei er bereit, alles zu geben.

Armut und Aufsteigerträume

Parallel bewirbt sich die junge Vicky (Naemi Florez) als Verkäuferin im neuen Kaufhaus. Sie verliebt sich in einen Musiker (Ludwig Simon), dessen wahre Identität noch einige Komplikationen mit sich bringen wird. Die Serie erzählt von Armut und von Aufsteigerträumen, vom Leben einer jüdischen Kaufmannsfamilie und von einer jungen Frau.

Die ersten sechs Folgen von Regisseurin Sherry Hormann, bekannt etwa durch den Natasche-Kampusch-Film "3096 Tage", sind opulent ausgestattet und vermeiden zum Großteil das, was andere Serien zur Qual machen kann, nämlich überflüssige Dialoge. Die Figuren sind interessant gestaltet – auch in den Nebenrollen sind Charaktere dabei, deren Geschichte man gerne länger verfolgen würde. Manche Szenen kommen etwas pathetisch daher, trotzdem ist die Serie gut gemachtes Fernsehen.

Gedreht wurden insgesamt zwölf Folgen. Die ersten sechs Episoden werden nun gezeigt und spielen in den späten 1920er Jahren. Die weiteren Folgen sind dann in den Jahren 1932 und 1933 verortet. Diese Staffel 2 ist ab dieser Woche im Streamingportal RTL+ zu sehen. Zum Darstellerteam gehören etwa auch Nina Kunzendorf und Samuel Finzi. (APA, dpa, 18.12.2022)