Auch fünf Jahre nach der #MeToo-Debatte sind Frauen weiterhin in hohem Maße Opfer sexistischer Handlungen.

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Paris – Einen anhaltenden Sexismus in Frankreich hat der Hohe Rat für Gleichstellung des Landes beklagt. Heftige Formen von Sexismus verschärften sich sogar, und die jüngeren Generationen seien am stärksten betroffen, teilte der Rat in seinem Jahresbericht am Montag in Paris mit. Trotz unbestreitbarer Fortschritte bei den Frauenrechten sei die Lage alarmierend. Auch fünf Jahre nach der #MeToo-Debatte würden Frauen weiterhin ungleich behandelt und blieben in hohem Maße Opfer sexistischer Handlungen und Äußerungen.

Die Zahl und Schwere dieser Taten im öffentlichen, beruflichen, privaten und digitalen Raum steige. Die öffentliche Meinung sei paradox, heißt es in dem Bericht. Sie erkenne und beklage die Existenz von Sexismus, lehne ihn aber in der Praxis nicht ab. Das Fortbestehen von Alltagssexismus ist demnach besorgniserregend. Von den 25- bis 34-jährigen Männern sei fast ein Viertel der Meinung, dass man manchmal gewalttätig sein müsse, um respektiert zu werden, und über alle Altersgruppen hinweg finden es 40 Prozent normal, dass Frauen aufhören zu arbeiten, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

Was die Frauen betrifft, glauben 80 Prozent, dass sie aufgrund ihres Geschlechts schlechter behandelt werden als Männer, und 37 Prozent geben an, schon einmal unfreiwilligen Geschlechtsverkehr erlebt zu haben. Gleichzeitig sind rund drei Viertel der Befragten der Meinung, dass die staatlichen Maßnahmen gegen Sexismus nicht ausreichen. (APA, dpa, 23.1.2023)