Das Mädchen hätte einem Gutachten zufolge keine zusammenhängenden Erinnerungen an das Geschehen in der Nähe des Linzer Hauptbahnhofs. (Symbolbild)

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Linz – Die Ermittlungen wegen Verdachts der Vergewaltigung gegen vier Jugendliche in Linz sind eingestellt worden. Die Burschen standen in Verdacht, Ende März 2022 eine damals 16-Jährige in der Nähe des Hauptbahnhofes missbraucht zu haben. Nun ergab ein Gutachten, dass das Mädchen keine zusammenhängenden Erinnerungen an das Geschehen habe, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecherin Ulrike Breiteneder einen Bericht des ORF Oberösterreich am Mittwoch.

Die junge Frau könne deshalb weder polizeilich noch gerichtlich einvernommen werden, habe ein psychiatrisches Gutachten zur Vernehmungsfähigkeit ergeben. Die Schülerin leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Es sei auch in absehbarer Zeit keine Veränderung betreffend der Erinnerung zu erwarten, so Breiteneder. "Deshalb ist der Fall abgeschlossen." Sollte die Erinnerung zurückkehren, wäre eine Wiederaufnahme zu prüfen.

Sexuelle Handlungen laut den Verdächtigen freiwillig

Die Verdächtigen, drei damals 15-jährige Afghanen und ein 14-jähriger Iraner, hatten ausgesagt, dass es an besagtem Tag sexuelle Handlungen gegeben hätte, aber freiwillig. Diese Schilderung der Beschuldigten sei nicht widerlegbar, erklärte die Behördensprecherin. Die Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras am Hauptbahnhof zeigten nur Teile des Geschehens, und dies ohne Ton. Demnach kam das spätere Opfer am späteren Nachmittag des 30. März mit der Straßenbahn am Hauptbahnhof an. Die 16-Jährige schaute kurz auf ihr Handy und ging dann auf eine Gruppe Burschen zu, in der sich auch einer der mutmaßlichen Täter befand. Dann ging man getrennt aus dem Bild.

Die Deutsche dürfte somit nicht mit Gewalt vom Bahnhof zum Tatort in dem ehemaligen Postverteilzentrum verschleppt worden sein. Es gibt auch keine Zeugen, die eine solche Szene beobachtet hätten. Weil das Areal des Hauptbahnhofes ein belebter Ort ist, scheint es unwahrscheinlich, dass dies niemand bemerkt hätte. Ermittlungen hatten auch ergeben, dass die Schülerin Tage vor der Tat mit einem der späteren Verdächtigen über ein soziales Netzwerk in Kontakt stand. Diese App löscht jedoch die Kommunikation sofort. (APA, 8.2.2023)