Die Bawag musste ihre gegen die Stadt Linz gebuchte Forderung in Höhe von 254 Millionen Euro komplett abschreiben – das schmälert den Gewinn.

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Wien – Die bereits im dritten Quartal verbuchte vollständige Abschreibung der Forderung gegen die Stadt Linz lastet auf dem Jahresergebnis der Bawag. Inklusive der Abschreibung blieb der Bank 2022 unterm Strich ein Gewinn von 318 Millionen Euro übrig, bereinigt um die Abschreibung waren es laut vorläufigen Ergebnissen 509 Millionen Euro, teilte die Bank am Montag mit. Im Jahr 2021 hatte die Bank einen Überschuss von 480 Millionen Euro geschrieben.

Die Bawag musste nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Sommer im Zusammenhang mit einem Swap-Deal die Forderung gegen die Stadt Linz bilanziell abschreiben. Hintergrund des Streits war eine Zinswette auf Frankenkredite. Laut dem Gericht war das vor 15 Jahren abgeschlossene Geschäft nicht rechtmäßig zustande gekommen.

Höhere Kundenkredite

Im operativen Geschäft erzielte die Bank indessen Steigerungen. Der Nettozinsertrag stieg dank höherer durchschnittlicher Kundenkredite und gestiegenen Zinsen um 8,8 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Die Kredite am Kunden legten im Schnitt um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Der Provisionsüberschuss wuchs um 9,6 Prozent auf 309 Millionen Euro.

Bawag-Chef Anas Abuzaakouk zeigte sich zufrieden mit den operativen Ergebnissen. "Trotz zunehmendem Gegenwind, volatilen Kapitalmärkten und einer Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte war 2022 ein weiteres Rekordjahr für den Konzern, in dem wir alle unsere Ziele übertroffen haben", so Abuzaakouk.

Für 2023 rechnet die Bank mit einem "normalisierten Zinsumfeld". Gepaart mit einer höheren Inflation und einer stagnierenden Wirtschaft rechnet die Bawag mit Auswirkungen der hohen Zinsen auf ihre Kunden und plant daher höhere Risiken ein. Die Risikokosten legten im Vorjahr (ohne Berücksichtigung der Linz-Abschreibung) um 27 Millionen oder 28,4 Prozent auf 122 Millionen Euro zu, inklusive der Linz-Abschreibung waren es 376 Millionen Euro.

Für die Aktionäre will das Bawag-Management bei der im März geplanten Hauptversammlung eine höhere Dividende von 3,70 Euro je Aktie vorschlagen, das entspricht einer Ausschüttung von 305 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden drei Euro je Aktie oder 267 Millionen Euro insgesamt ausgeschüttet. Weiters wurde 2022 ein Aktienrückkauf von 325 Millionen Euro abgeschlossen. Im Zuge dessen hat die Bank rund 6,6 Millionen Aktien oder sieben Prozent ihres Grundkapitals eingezogen. (APA, Reuters, 13.2.2023)