"Es wird sich viel tun in den nächsten Jahren", sagte Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ).

Foto: APA / Wieser

Das Kunsthaus Wien wird baulich im Sinne von Gründer Friedensreich Hundertwasser modernisiert und erhält erstmals seit der Eröffnung 1991 eine neue Dauerausstellung. Das wurde heute bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. "Es wird sich viel tun in den nächsten Jahren", sagte Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ), bei dem das Haus als Betrieb der Wien Holding seit 2007 ressortiert. Es sei "der ideale Ort, wenn es darum geht, das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen".

Für Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) ist die unter der seit Juni amtierenden neuen Direktorin Gerlinde Riedl vorgenommene Fokussierung der Thematik "kein radikaler Bruch, sondern eine Weiterentwicklung" des Programms ihrer Vorgängerin Bettina Leidl. "Aus dem Blickwinkel der Kunst die Herausforderungen des Klimawandels zu beleuchten" sei noch vor wenigen Jahren Pionierarbeit gewesen und habe enorm an Bedeutung gewonnen.

Entwicklung vorantreiben

Mit 110.000 Besucherinnen und Besuchern habe man sich 2022 bereits Richtung Vor-Pandemie-Zeit (158.000 Besucher) bewegt, doch umso wichtiger sei es nun, eine Weiterentwicklung des Hauses voranzutreiben, hieß es bei der Pressekonferenz unisono. "Wir wollen dieses Haus im Sinne von Hundertwasser modernisieren", sagte Hanke.

Dabei setzt man vor allem auf alternative Wärme- und Kälteversorgung mittels Geothermie. Die Sanierung soll das Kunst Haus nicht nur klimafit machen, sondern auch Energiekosten sparen. "Das wird beträchtlich sein", so Riedl. 1,5 Mio. Euro soll das Projekt kosten, getragen je zur Hälfte von der Wien Holding und dem Eigentümer der Liegenschaft, der "Kunsthaus Wien Liegenschaftsverwertungs & -verwaltungs GmbH", dessen Eigentümer Superfund ist.

Gegenwart und Zukunft

Im Frühsommer soll der Prozess dafür starten, die eigentlichen Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Juni. "Wir rechnen mit einem halben Jahr Schließzeit, vielleicht geht es auch schneller", sagte Riedl. Zu sehen gibt es dennoch etwas, denn "während des Umbaus tritt das Museum vor die Tür". In dem Outreach-Programm "Close(d)" bespielen 13 Künstler und Künstlerinnen Orte rund um das Museum und versammeln vielfältige ökologische Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft.

Das Ganze soll in die Wiener Klima-Biennale 2024 münden, deren neu bestellte Chefs Claudius Schulze (Künstlerische Leitung) und Sithara Pathirana (Programmleitung) heute "herausragende Einzelpositionen" ebenso in Aussicht stellten wie ein "In-die-Breite-Gehen". Schließlich wolle man "alles, was mit der Klimakrise zusammenhängt" (Schulze), zu integrieren versuchen.

Hundertwasser-Privatstiftung

Bei der Wiedereröffnung im Jänner 2024 erwartet einen dann die von Kurator Andreas J. Hirsch in Abstimmung mit der Hundertwasser-Privatstiftung unternommene erste Neuaufstellung der Dauerschau im 1. und 2. Stock. Sie soll nicht nur Schlüsselwerke aus sechs Jahrzehnten zeigen, sondern vor allem Hundertwasser als Umweltpionier und Vorreiter der Ökologiebewegung zeigen und die gebaute Philosophie Hundertwassers im Raum sichtbar machen.

Zunächst aber eröffnen schon im März zwei Ausstellungen: Ab 9. März widmet sich "Mining Photography. Der ökologische Fußabdruck der Bildproduktion" anhand von 170 Arbeiten einer kritischen Auseinandersetzung mit der Nachhaltigkeit der Fotokunst und ihrer Erzeugung. Ab 23. März zeigt die eigens entwickelte multimediale Installation "The Sonnenschein Rhapsodies" des Künstlerduos Böhler & Orendt im Projektraum/Innenhof die "tragische Differenz zwischen dem Sehnsuchtsort einer intakten Natur und der heutigen Realität", wie Kuratorin Sophie Haslinger ausführte.

"Im Zentrum unserer Arbeit steht das Potenzial der Kunst im Hinblick auf die großen Fragen unserer Zeit", fasste Direktorin Gerlinde Riedl zusammen. "Unser Ziel ist es, dabei eine treibende Kraft zu werden, Themen zu setzen und unsere Türen und Fenster weit zu öffnen. Das Kunsthaus Wien folgt damit der Geisteshaltung seines Gründers Friedensreich Hundertwasser. (APA, 16.2.2023)