Tim Lobinger war der Star der deutschen Leichtathletik.

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Lobinger bei einem TV-Interview im Jahr 2018.

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Der frühere deutsche Stabhochspringer Tim Lobinger ist tot. Im Alter von 50 Jahren erlag der einstige Weltklasse-Athlet seinem schweren Krebsleiden, das berichten die Bild-Zeitung und RTL unter Berufung auf die Familie des Rheinländers. Lobinger sei in München verstorben, "im engen Kreise friedlich eingeschlafen".

Vorausgegangen war ein langer, zäher Kampf. Lobinger hatte im März 2017 erstmals die Diagnose Leukämie erhalten, "ich stehe mit dem Rücken zur Wand, jetzt muss ich funktionieren und kämpfen", sagte er damals. Fünf Chemotherapien und eine Stammzellentransplantation durchlief er, doch im Frühjahr 2018 war der Blutkrebs zurück.

Der einstige Weltklasse-Athlet sprach dabei stets sehr offen über seine Erkrankung. Im vergangenen Herbst bereits ging er nicht mehr von einer Heilung aus. "Mein Krebs ist zu aggressiv", sagte er. Ans Aufgeben dachte er dennoch nicht: "Für jeden Tag, den ich lebe und mit meiner Familie verbringen darf, lohnt es sich zu kämpfen."

Europameister in der Halle

Sein Sohn Okkert wurde im vergangenen Jahr eingeschult, Tochter Fee heiratete. Lobinger suchte und fand "immer kleine Wege, um Kraft zu schöpfen", sagte er einmal. Im Februar 2023 hat er nun, darauf legt seine Familie wert, "den Kampf nicht verloren, sondern auf seine Weise gewonnen."

Als Gewinner wurde er einer ganzen Generation bekannt, Lobinger war das Gesicht des Stabhochsprungs in Deutschland. Der Aufstieg begann im August 1997 in Köln-Müngersdorf, unter freiem Himmel, dort übersprang er erstmals die sechs Meter. Seine größten Titel errang er in der Halle: 1998 wurde Lobinger in Valencia Europameister, 2003 krönte er sich in Birmingham zum Weltmeister. Im Freien stand er bei der EM zweimal auf dem Podest: 2002 gewann Lobinger in München Bronze, 2006 in Göteborg holte er Silber. (sid, red, 16.2.2023)