Robinho droht ein Haftantritt in Brasilien.

Foto: imago/Kolvenbach

Die italienische Justiz setzt sich weiter für die Inhaftierung des früheren brasilianischen Fußballstars Robinho (39) ein. Wie das brasilianische Außenministerium mitteilte, wurde ein Antrag gestellt, die in Italien verhängte Haftstrafe in Brasilien verbüßen zu lassen.

Robinho – mit bürgerlichem Namen Robson de Souza – wurde für eine im Jahr 2013 begangene Gruppenvergewaltigung einer 23-Jährigen in Mailand zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Anfang 2022 hatte die Staatsanwaltschaft in Mailand die Auslieferung von Robinho beantragt und einen internationalen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Der italienische Antrag war von Brasilien abgelehnt worden. Der ehemalige Stürmer muss mit einer Festnahme rechnen, wenn er in ein Land reist, mit dem Italien ein Auslieferungsabkommen unterzeichnet hat.

Die brasilianische Verfassung erlaubt die Auslieferung seiner Staatsangehörigen nicht. Im Januar hatte Justizminister Flavio Dino angekündigt, dass es "zu einer Vollstreckung der Strafe in Brasilien kommen könnte". Dies müsse aber erst geprüft werden, wenn der Antrag gestellt sei. Der Prozess könnte nach Ansicht von Experten mehrere Jahre dauern.

Robinho wurde brasilianischer Meister mit dem FC Santos, spanischer Meister mit Real Madrid und gewann in Italien den Scudetto mit dem AC Mailand. Auch in der Türkei (Basaksehir Istanbul) und China (Guangzhou Evergrande) kam er zu Meisterehren. Zudem absolvierte er 100 Länderspiele und holte mit Brasilien 2007 die Copa America. (18.2.2023)