Besser drauf als Xavi: Erik ten Hag.

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Manchester – Wer den FC Barcelona schlägt, kann jeden Gegner auf der Welt schlagen. Dieser Ansicht war Manchester-United-Trainer Erik ten Hag nach dem 2:1-Sieg nach Rückstand im Rückspiel der Europa-League-Zwischenrunde am Donnerstag. Den Aufstieg gegen den überlegenen spanischen Tabellenführer betrachtete der Niederländer auch als wichtigen Zwischenschritt für die Moral. Im Achtelfinale trifft United auf Betis Sevilla.

"Man braucht eine Strategie, um etwas aufzubauen. Man braucht aber auch Ergebnisse, um einen starken Glauben zu bekommen", sagte ein euphorischer Ten Hag am späten Abend, nachdem sein Team mit einer nach der Ära Sir Alex Ferguson selten gesehenen Intensität agiert hatte.

"Dies ist ein weiterer Schritt, denn wenn man Barcelona – eine der besten Mannschaften in Europa – schlagen kann, ist die Zuversicht sehr groß. Weil dann ist man in der Lage, jeden zu schlagen", sagte Ten Hag. Die "Red Devils" warten seit dem Europa-League-Triumph 2017 auf einen Titel auf nationaler wie internationaler Ebene, sind im Frühjahr 2023 aber noch in vier Bewerben vertreten.

Zwar hatte Barca-Torjäger Robert Lewandowski sein Team mit einem (glücklich) verwandelten Elfmeter in Führung gebracht (18.). Doch nach der Pause drehte United durch Fred (47.) und Antony (73.) im Old Trafford das Spiel. Das Hinspiel hatte 2:2 geendet. Ten Hag lobte den Charakter seiner Spieler, insbesondere auch die Auswechselspieler, die nicht zum ersten Mal "Energie und Qualität" ins Spiel gebracht hätten. Der ÖFB-Internationale Marcel Sabitzer verfolgte den Sieg als Auswechselspieler auf der Bank.

"Europa zu groß für Barcelona"

Barcelona kassierte die erste Pflichtspiel-Niederlage seit Oktober. Wieder schied der stolze Großclub früh in der Europa League aus. Im Vorjahr kam gegen Eintracht Frankfurt im Viertelfinale das Aus. Spanische Medien gingen mit der Mannschaft hart ins Gericht. "Europa ist eine Nummer zu groß für Barcelona. Auch nach 153 Millionen Euro für neue Spieler ist das Team um Trainer Xavi Hernández nicht in der Lage, im internationalen Wettbewerb an Bedeutung zu gewinnen", kommentierte die Zeitung "Marca". "Von Katastrophe zu Katastrophe", schrieb "Sport".

14,4 Millionen an Einnahmen seien dem Club durch das Aus entgangen, rechnete die Zeitung "AS" vor. Bereits zuvor hatten die Katalanen ihren Budgetplan adaptieren müssen. Der diesjährige hatte zumindest das Erreichen des Champions-League-Viertelfinales vorgesehen. In der Königsklasse kam aber in der Gruppe gegen Bayern München und Inter Mailand das Aus. In der Liga aber führt Barca die Tabelle mit acht Zählern Vorsprung auf Real Madrid an. "Wir sind enttäuscht, aber wir können in dieser Saison noch Titel gewinnen", betonte Lewandowski. (APA, 24.2.2023)