Silber für Katrin Ofner.

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Bakuriani – Ski-Crosserin Katrin Ofner ist zu ihrem Karriere-Höhepunkt gebrettert. Die 32-jährige Steirerin eroberte bei der Freestyle-WM in Georgien am Sonntag die Silbermedaille. Es ist die erste Medaille für Ofner bei einem Großereignis. Gold ging an die Dominatorin und Titelverteidigerin Sandra Näslund aus Schweden, Bronze an die Schweizerin Fanny Smith. Es ist die siebente WM-Medaille der ÖSV-Ski-Crosser, die erste seit Gold für Andrea Limbacher 2015 am Kreischberg.

Von "extremer Dankbarkeit" gezeichnet, stand Ofner im Zielraum von Bakuriani. "Es ist so viel Scheiße gewesen in letzter Zeit. Ich bin einfach froh, dass ich da stehen kann und eine Medaille kriege – voll geil", sagte Ofner bereits schluchzend im ORF. Im zwölften Anlauf bei einem Großereignis klappte es mit der Medaille. "Ich bin am Start gestanden beim Finale und dachte mir: Vollgas, was anderes brauche ich nicht. Einen vierten Platz habe ich schon", erinnerte die Kobenzerin an "Blech" in Deer Valley vor bereits zwölf Jahren.

Nur Näslund war auf dem anspruchsvollen Kurs – mit vielen von Ofner geliebten Wellen – erneut nicht zu schlagen. Im Rücken der Seriensiegerin war Ofner im prominent besetzten Vierer-Heat zunächst Dritte, überholte in der Kurvenpassage Marielle Thompson aus Kanada und wehrte im unteren Teil die hartnäckigen Angriffe der Schweizerin Smith um eine Handlänge (Fotofinish) ab. Näslund, Thompson und Smith hatten vor einem Jahr bei Olympia in dieser Reihenfolge den Medaillensatz abgeräumt.

Corona-Pause

Seit 2008 ist Ofner im Weltcup dabei, in 156 Rennen hat sie es 13 Mal aufs Podest geschafft. Gewonnen hat sie nur einmal, im Dezember 2020 in Val Thorens. Heuer war sie einmal Zweite. In ihrer Sport-Karriere finden sich einige Rückschläge, der letzte im vergangenen Sommer, als sie eine Coronainfektion lange außer Gefecht gesetzt hatte. "Im Moment ist alles, was war, scheißegal. Einfach schön, dass es so ausgegangen ist. Ich bin irrsinnig dankbar für alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben."

Nun nutzte sie ihre wohl letzte Edelmetall-Chance. "Es ist ein Ende in Sicht, und das passt auch", hatte Ofner rund um Olympia gemeint. China hatte sie im Vorjahr nach Rang zwölf frustriert verlassen und die WM in Georgien als letzten Höhepunkt anvisiert. Danach habe sie diverse Optionen: "Entweder eine Kooperation mit dem Bundesheer, da ich Heeressportlerin bin, oder im Leistungssport in Richtung Konditions- und Athletik-Training."

"Die Katrin ist sehr fleißig, sehr fokussiert und kann irrsinnig schnell sein, wenn die Verhältnisse passen. Sie hat gewusst, die Strecke liegt ihr", sagte Markus Gutenbrunner, der Sportliche Leiter Ski-Cross im ÖSV über die Athletin. "Es geht dann darum, dass man cool bleibt, seine Leistung bringt, und das macht die Katrin aus." Ofner dankte ihren Wegbegleitern und schickte Grüße ans Alpin-Lager. Mit Nicole Schmidhofer hatte sie im Vorfeld der WM trainiert, Renate Götschl gebe ihr immer wieder entscheidende Tipps, so Ofner.

Allein

Ofner hatte als einzige Österreicherin den Aufstieg aus dem Viertelfinale mit drei ÖSV-Läuferinnen (Andrea Limbacher, Sonja Gigler) in einem Heat geschafft. Thompson war für das ÖSV-Trio nicht zu bändigen gewesen. Bei den Männern verabschiedeten sich Tristan Takats (Heat-3.), Johannes Aujesky (4.) und Mathias Graf (3.) im Viertelfinale. Für Robert Winkler kam das Aus im Achtelfinale. Der 22-jährige Italiener Simone Deromedis feierte vor dem Deutschen Florian Wilmsmann und dem Schweden Erik Mobärg einen Überraschungssieg.

Im Mixed-Teambewerb triumphierten die schwedischen Favoriten Näslund und Mobärg vor Kanada mit Thompson/Reece Howden und Italien. Österreichs Duo Takats/Gigler schied im Halbfinale nach einem Sturz von Gigler aus und landete auf dem achten Endrang. Die 21-jährige Vorarlbergerin dürfte sich laut ersten Informationen eine Knieverletzung zugezogen. Über den genauen Grad der Verletzung konnte Spartenchef Gutenbrunner unmittelbar nach dem Abtransport noch keine Auskunft geben. (APA, 26.2.2023)