Der Streik im deutschen Verkehrssektor hatte auch in Österreich massive Auswirkungen.

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Berlin – Nach dem großen Warnstreik ist der Verkehr in Deutschland am Dienstag in der Früh wieder angelaufen. Flughäfen nahmen den Betrieb auf, Züge, Busse und U-Bahnen rollten wieder. Der größte Warnstreik Deutschlands seit Jahrzehnten, der am Montag auch den Verkehr in Österreich massiv beeinträchtigt hatte, wirkte sich teilweise aber noch am Folgetag aus. Manche Flüge wurden abgesagt, im Fernverkehr der Bahn kam es zum Teil zu Zugausfällen.

Bei der Deutschen Bahn lief der Zugverkehr am Dienstag nach eigenen Angaben wieder planmäßig an. "Im Fernverkehr fallen in den Morgenstunden lediglich noch einzelne, wenige Fahrten aus", teilte ein Konzernsprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Regional- und S-Bahn-Verkehr laufe ohne streikbedingte Ausfälle.

Im Schienengüterverkehr sei es gelungen, durch Steuerung von Transporten vor dem Streik für eine "stabile betriebliche Ausgangslage" zu sorgen, hieß es. Seit Montagabend würden die ersten Güterzüge aus dem Rückstau in den Rangierbahnhöfen wieder angefahren.

Die Deutsche Bahn hatte Passagiere darauf eingestellt, dass es im Fernverkehr am Dienstag noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen kann. Der Regional- und S-Bahnverkehr war nach ihren Angaben schon am Montagabend in vielen Regionen nach und nach wieder angelaufen.

Größter Streik seit 1992

Auch die Flughäfen, darunter Deutschlands größter Airport in Frankfurt, nahmen den Betrieb am Dienstag wieder auf. "Es wird langsam voller", sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport. Insgesamt waren am Dienstag in Frankfurt voraussichtlich 1.118 Flugbewegungen mit rund 157.000 Passagieren geplant, darunter knapp 3.800 Passagiere, die streikbedingt zuvor nicht hätten fliegen können. In der Früh waren für Dienstag rund 40 Flugannullierungen bekannt, teils sei dies auf Streikfolgen zurückzuführen, so die Sprecherin.

Im Schiffsverkehr lösten sich Folgen des Streiks ebenfalls auf. Die Lotsenversetzer im Hamburger Hafen wollten ab 6 Uhr ihre Arbeit wiederaufnehmen, sodass wieder Lotsen an Bord der Schiffe gelangen können. Auch der Nord-Ostsee-Kanal sollte wieder geöffnet werden.

Die Gewerkschaften Verdi und EVG hatten für Montag vor dem Hintergrund laufender Lohnverhandlungen gemeinsam zu einem ganztägigen bundesweiten Warnstreik im Verkehrssektor aufgerufen. Betroffen waren neben der Eisenbahn und dem Luftverkehr auch der öffentliche Nahverkehr in mehreren Bundesländern sowie der Schiffsverkehr. Auch in Österreich hatte der Streik massive Auswirkungen auf den Bahn- und Flugverkehr. Verdi sprach vom größten Streik seit 1992. (APA, red, 28.3.2023)