Ein neuerlicher Ausrutscher der Dortmunder wäre wohl einer zu viel.

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Die Bayern befinden sich in der knapp besseren Position.

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München/Dortmund – Für Bayern München und Borussia Dortmund stehen in der deuschen Fußball-Bundesliga noch vier Endspiele am Programm. Im Titel-Zweikampf sind Ausrutscher nun verboten, Nervenstärke ist gefragt. Die Bayern gehen mit einem Zähler Vorsprung ins Wochenende. Der Titelverteidiger muss am Samstagabend auswärts bei Werder Bremen ran. Dortmund ist vorerst noch Zuschauer, ehe es am Sonntag für den BVB daheim gegen Wolfsburg geht.

"Es ist ein knappes Titelrennen. Wir sind in der Lage vorzulegen. Wir müssen einfach auch vorlegen", sagte Bayern-Trainer Thomas Tuchel. Er muss in Bremen neben den langzeitverletzten Akteuren auch auf den gesperrten Leon Goretzka sowie die angeschlagenen Dayot Upamecano, Josip Stanisic und Eric Maxim Choupo-Moting verzichten. Bei Sturmspitze Choupo-Moting fühle es sich an, dass die Rückkehr eine Angelegenheit von Tagen sei, sagte Tuchel. Aber sicher sei das keineswegs.

Großes Interesse an Randal Kolo Muani

Dass die Münchner in der Saison nach dem Abgang von Weltfußballer Robert Lewandowski Probleme auf der Mittelstürmer-Position haben, ist offensichtlich. Zwischenzeitlich konnte Choupo-Moting diese Probleme mit seinen Toren übertünchen, doch seit seinem Ausfall wird das Fehlen mehr und mehr offensichtlich. Spekuliert wird, dass Randal Kolo Muani im Sommer von Eintracht Frankfurt kommen soll. Der französische Teamstürmer soll aber auch bei Manchester United oder Paris Saint-Germain hoch im Kurs stehen. PSG-Superstar Kylian Mbappé soll den Wunsch haben, in der neuen Saison mit Kolo Muani zu stürmen. Für den 24-Jährigen dürfte im Fall eines Wechsels eine dreistellige Millionensumme fällig werden.

"Es ist angenehmer vorzulegen. Aber man muss es auch machen", sagte Tuchel zu der verlockenden Aussicht, mit einem Sieg im Weserstadion den Vorsprung auf den Titelrivalen auf vier Punkte zu vergrößern. Bei den Bremern wird Marco Friedl wieder in der Startformation erwartet. Dortmund befindet sich hingegen wieder in der Rolle des Jägers. In den nächsten drei Partien greifen die Borussen erst nach den Münchnern ins Geschehen ein und müssen auf das Ergebnis des Rivalen reagieren.

Die Wut nach Dortmunds 1:1 in Bochum – als sich die Gäste um einen Elfmeter geprellt sahen – sollen die Wolfsburger mit Patrick Wimmer zu spüren bekommen. Trainer Edin Terzic schlug kämpferische Töne an und räumte seinem Team im Fernduell weiter gute Chancen ein. "Wir haben noch vier Spiele Zeit, dafür zu sorgen, dass wir uns am Ende nicht über diesen Abend in Bochum ärgern müssen", sagte Terzic. "Bei allen Rückschlägen haben wir es immer noch in greifbarer Nähe, unser Ziel zu erreichen."

Bellingham vor dem Absprung

Will Bayern als Käufer für Schlagzeilen sorgen, könnte Dortmund dies als Verkäufer tun. Jungstar Jude Bellingham steht laut Berichten vor einem Transfer zu Real Madrid. Der 19-jährige englische Nationalspieler soll sich mit den Spaniern schon einig sein. Terzic verwies auf Erfahrungen aus den vergangenen Jahren mit ähnlichen Störgeräuschen zum Saisonende, als andere umworbene Dortmunder Profis für Schlagzeilen gesorgt hatten: "Letztes Jahr war es Erling Haaland, davor war es Jadon Sancho. Das sind Themen, die finden weder bei uns in der Kabine noch im Trainerbüro Platz." (APA/dpa, 5.5.2023)