Taliban-Kämpfer in Afghanistan.

Foto: AP / Ebrahim Noroozi

Kabul – In Afghanistan haben die regierenden islamistischen Taliban Medienberichten zufolge vier Journalisten festgenommen. Dabei handle es sich um Direktoren verschiedener Radio- und Fernsehsender der Provinz Chost im Osten des Landes, berichteten lokale Medien am Dienstag unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Behördenvertreter sagten dem Nachrichtensender Tolonews, die Männer seien nicht festgenommen, sondern lediglich für eine wichtige Besprechung einberufen worden.

Die Organisation Afghanistan Journalists Center (AFJ) forderte in einer Mitteilung ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Erst kürzlich beklagten die Vereinten Nationen eine starke Einschränkung der Pressefreiheit unter den Taliban.

Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 arbeiteten Journalisten in einem Klima der Einschüchterung und Angst, hieß es. In der Rangliste der Pressefreiheit 2023 von Reporter ohne Grenzen findet sich das Land auf Platz 152 von insgesamt 180. 2020, im Jahr vor der Machtübernahme der Taliban lag es noch auf Platz 122. Laut AFJ wurden in Afghanistan im vergangenen Jahr 94 Journalisten festgenommen. Medienschaffende hatten in der Vergangenheit nach derartigen Festnahmen von Verhören und Folter berichtet. (APA, dpa, 9.5.2023)