Will der Krieg weiter geführt werden trotz schwindender Erdölvorkommen, muss Energie anderweitig erzeugt werden. E-Fuels wären eine Möglichkeit.
Foto: Porsche

Der Ausstieg aus der Welt der fossilen Energieträger hätte wohl auch kriegsstrategisch bedeutende Folgen. Die Umstellung auf ein globales Energiesystem auf Basis des elektrischen Stroms würde die Methoden der derzeit ausgeübten Kriegsführung geradezu ad absurdum führen. Ohne Diesel fährt kein Panzer, ohne Kerosin fliegt kein Flugzeug. Der Krieg und die fossilen Energieträger sind aneinander gewachsen.

Ungünstige Waffe

Vor dem Ersten Weltkrieg wusste niemand, ob sich Elektroautos oder Verbrenner durchsetzen würden. Danach war klar, dass Verbrennungsmotoren die schlagkräftigere Technologie für jegliche Form der Gewaltausübung darstellten. Mit einem Kanister Benzin lässt sich eine Katastrophe inszenieren, mit einem Solarpanel kann man nicht einmal einen einzelnen Gegner ernsthaft bedrohen.

Wenn einmal kein Erdöl mehr aus dem Boden sprudelt oder gesaugt wird, steht die Kriegsmaschinerie still, zumindest jene, wie sie Putin versteht. Zugespitzt gesagt: Wir brauchen die E-Fuels, damit das brachiale globale Kräftemessen zwischen mächtigen Despoten und hilflosen Demokraten auch in gewohnter Form weitergehen kann, wenn die Erdölquellen dereinst versiegelt sein werden.

Es ist nun mal Tatsache: Bei nachhaltiger Energieerzeugung aus Wind, Sonne und Wasser entsteht immer zuerst elektrischer Strom. Je direkter man ihn nützt, umso weniger Ressourcen (Rohstoffe, Erdoberfläche) werden benötigt. Obwohl man mit Ökostrom die ganze Welt mit Energie versorgen könnte, eignet er sich nur sehr eingeschränkt für kriegerische Auseinandersetzung. (Rudolf Skarics, 12.5.2023)