Die Badesaison hat offiziell in Wien und vielen Freibädern Niederösterreichs zwar bereits Anfang Mai begonnen, ist bisher aber weitgehend ins Wasser gefallen. An diesem Mai-Wochenende kam das Wetter erstmals halbwegs in die Nähe freibadetauglicher Bedingungen. Im Schafbergbad im 18. Bezirk, das ein reines Sommerbad ist, hieß es auf Nachfrage, dass das Wasser in einem Becken sogar bereits 25 Grad warm ist – allerdings dank Solarheizung. In den anderen Becken lag die Temperatur demnach noch bei 17 bis 19 Grad Celsius. "Es war ja noch nicht oft warm", verwies der Freibadmitarbeiter auf das Wettergeschehen der Vorwochen. Das Wienerwaldbad in Purkersdorf bei Wien wies Samstagmittag auf seiner Homepage die Kühle des Wassers exakt mit 17,4 Grad aus.

Stotternder Saisonstart

Die kühlen, oft verregneten Maitage ließen manch Gemeinde den Freibadstart denn auch einfach nach hinten verlegen. "Das Wetter mag uns nicht! Wir öffnen, sobald das Wetter zum Baden einlädt!", hieß es zum Beispiel auf der Homepage der Stadtgemeinde St. Valentin in Niederösterreich, wo laut Niederösterreichischen Nachrichten vor einer Woche die Badesaison starten hätte sollen. Diesen Samstag war es dann so weit.

Neben dem alljährlichen Dauerbrenner Wetter, ist heuer auch die Tarifgestaltung der Bäder ein vielfach diskutiertes Thema. In Wien wurden die Eintrittspreise in die Bäder heuer (bereits zu Jahresbeginn) erhöht, eine Halbjahreskarte kostet für Erwachsene nun 147 Euro, für Kinder 50,40 Euro. Die Stadt gab an, die Preise davor jahrelang konstant gehalten zu haben; für die FPÖ Wien liegt aber ein Fall von "asozialer Politik" vor. Auch in Niederösterreich haben heuer einige Gemeinden Eintrittspreise erhöht, darunter zum Beispiel Hollabrunn oder Neulengbach.

Mehr Geld fürs Schwimmen

Manch Schwimmbad in Wien wird um- oder ausgebaut, die Stadt gibt im Zeitraum von 2021 bis 2030 mehr als 115 Millionen Euro dafür aus. Zum Beispiel entsteht derzeit im Großfeldsiedlungsbad eine neue Schwimmhalle und bis zum Start der Sommerferien soll ein neues Außenbecken des Brigittenauer Bads fertigwerden.

In Niederösterreich gibt es insgesamt rund 130 Freibäder. Normalerweise starten auch sie Anfang Mai in die Saison, in der man heuer noch auf viel gutes Wetter hofft. Denn man wolle "Vor-Corona-Niveau erreichen und bestenfalls übertreffen", teilte Kurt Staska, Sprecher der Bäderbetriebe in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, zum Saisonstart mit. Staska sieht Nachholbedarf beim Schwimmenlernen, da viele Kurse in den Pandemiejahren vielfach ausgefallen waren. "Hier appellieren wir an Eltern und Schulen, wieder verstärkt mit den Kindern schwimmen zu gehen", hieß es in der Aussendung.

Mangelhaftes Können

Rund 147.000 Kinder und Jugendliche in Österreich im Alter zwischen fünf und 19 Jahren können laut Kuratorium für Verkehrssicherheit nicht schwimmen. Das Kuratorium fordert kostenlose Schwimmkurse in ganz Österreich. Die MA 44 – Bäder teilte am Samstag mit, dass in Wien ab sofort Anmeldungen für zehntägige Intensiv-Schwimmkurse in den Sommerferien möglich sind unter wien.gv.at/baeder. Die Teilnahme kostet 100 Euro. (Gudrun Springer, 20.5.2023)