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Foto: APA/NEPTUN WASSERPREIS/RUDOLF STUMMER
Unser Gewinner der Woche, Gilean , hat folgendes Thema zur Diskussion vorgeschlagen:

"Immer wieder - zumindest vor dem 11. September - haben Fernsehsender gerne Bildbeiträge gebracht, wenn irgendwo ein Gebäude durch gezielte Sprengungen abgerissen wurde. Wenn es mit majestätischer Langsamkeit in sich zusammen sank, übte das auf die Betrachter eine fesselnde Faszination aus. Warum wirken solche Bilder so hypnotisch?"

[Hier ein Einschub von eigener Seite, der zeigt, dass der Effekt auch bei einem weniger traumatisch belasteten Motiv in Kraft zu treten scheint: Ein Redaktionsmitglied arbeitete in jungen Jahren in einer Großküche inklusive Geschirrabwaschanlage in industrieller Größenordnung. Einmal lag auf dem - noch still stehenden - Geschirr-Förderband ein Tablett mit vier viel zu hohen Tellerstapeln. Als sich das Band mit einem Ruck in Bewegung setzte, begannen sich die Stapel sachte, gaaaaanz sachte zur Seite zu neigen. Fünf Menschen standen in Reichweite, doch alle starrten nur wie hypnotisiert auf das sich anbahnende Desaster. Erst als der größtmögliche Neigungswinkel überschritten war und die Stapel schlagartig kippten, war der Bann gebrochen. Zu spät natürlich.]

Gilean weiter: "Ist es das Wissen der bevorstehenden Zerstörung oder liegt es an der Langsamkeit der Bewegung an sich? Immerhin bannen auch Zeitlupenstudien - etwa in Naturdokumentationen - die Zuschauer vor dem Bildschirm und werden als besonders anmutig empfunden. Was macht die Langsamkeit für unsere Wahrnehmung zu etwas so Besonderem?" (red)