Frankfurt/Main - Hemmungen vor einer frühzeitigen Alarmierung der Rettungsdienstes kostet jedes Jahr tausenden Herzpatienten das Leben. Die Zahl der Infarkttoten könnte drastisch reduziert werden, wenn die Betroffenen schon bei den ersten Symptomen den Notruf 144 anwählen würden.

Bei einem Infarkt könne es jederzeit zu einem so genannten Kammerflimmern kommen, das ohne notärztliches Eingreifen einen Kreislaufstillstand nach sich ziehe und somit unweigerlich zum Tod führe, betont die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt am Main. Auch in Österreich stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache dar. 2002 entfielen von 76.131 Todesfällen 36.906 auf diese Leiden. Davon starben allein 6.779 Personen am akuten Herzinfarkt.

Abwarten ...

Zwar wüssten heutzutage viele Menschen, dass Schmerzen im Brustkorb ein typisches Zeichen für einen Infarkt seien, doch nur jeder Dritte alarmiere in solch einem Notfall auch tatsächlich sofort Hilfe. Die Gründe für diese Verzögerung sind nach Angaben der Experten immer wieder ähnlich: "Ein Großteil will erst einmal abwarten, ob die Beschwerden wieder von alleine verschwinden."

Andere befürchteten, mit einem eventuellen Fehlalarm das Rettungspersonal unnötig zu stören. Vor allem wenn die Beschwerden in der Nacht oder am Wochenende aufträten, warteten viele bis zum nächsten Morgen beziehungsweise bis zum folgenden Montag und verlören damit kostbare Zeit.

Eile empfohlen

Abwarten sei der größte Fehler, den man in dieser Situation begehen könne. Denn Eile ist nach Angaben der Mediziner nicht nur wegen des lebensgefährlichen Kammerflimmerns geboten. Ein wichtiges Ziel sei es auch, den Blutfluss zum Herzen so schnell wie möglich wieder herzustellen, damit keine folgenschweren Schäden am Herzmuskel zurückblieben. Denn je länger man warte, desto mehr Herzgewebe sterbe ab. (APA)