"Ich liebe Italienisch und habe stets versucht mit der Sprache in Kontakt zu sein", erzählt Nikola Kaplanova dem SCHÜLERSTANDARD. Die Schülerin des GRG 4 Wiedner Gürtel saugte alles Italienische auf, was ihr begegnete, sogar italienische Ingredienzienangaben im Supermarkt habe sie gelesen.

Diese Übung hat sich gelohnt, denn Nikola ist eine der landesweiten Sieger der "Wifi-Sprachmania" 2005.

Der Fremdsprachenwettbewerb unter Österreichs AHS-Schülern kürte vergangenen Freitag die "Sprachmaniacs" in den Kategorien Italienisch, Spanisch, Russisch, Englisch und Französisch. Jeweils drei Finalisten, die sich in den Vorrunden qualifizierten, bewiesen sich durch eine kuriose Performance in der jeweiligen Sprache. Nikola Kaplanova (18) musste einem Kaufhausdetektiv rasch erklären, wie eine unbezahlte Uhr auf ihrem Handgelenk aus seinem Geschäft kam. Der Detektiv war Andrea Tiziani, eine der prominenten Native Speakers, die die Schüler unterstützten.

In der Kategorie Spanisch war ebenfalls Überzeugungskraft gefragt: Die Schülerin des BG/BRG Linz, Stefanie Maier (16), sollte ihre Tante, gespielt von Julieta Rudich, charmant um Geld bitten. Stefanie war erfolgreich.

Eine andere Aufgabe ließ sich die Sängerin Tamee Harrison für die Englisch-Finalisten einfallen. Sie gab Comics und Zitate aus, deren Themen als Stoff für eine Rede dienen sollten. Dadurch, dass sich die Kommunikation so ausdehne, sei Englisch sehr wichtig geworden, meinte Harrison im Gespräch mit dem SCHÜLERSTANDARD. "Ob man in der Schule eine Fremdsprache gut lernen kann, kommt auf den Professor an: die Chemie zwischen Lehrer und Schüler muss stimmen", so Harrison.

Anna Mitteregger (17), Schülerin des Borg St. Johann in Tirol, fand zu ihrem Thema - einem Comic zu Klonen - genug zu sagen, um eine umfassende Rede in Englisch zu halten. Sie überzeugte mit fließender Argumentation und siegte in dieser Kategorie.

Gute Argumentation lieferte auch die Französisch-Siegerin, die bei der Bewerbung um den Job eines Aupairmädchens brillierte. Erst während des Gesprächs erfährt Clara Rauchegger (18), dass sie einen fünfzigjährigen Mann, der glaubt, Ludwig XIV. zu sein, betreuen soll. Doch auch diese Hürde meistert sie bravourös.

Die amüsante Diskussion leitete Schauspieler Serge Falck. Sprache sei eine Sache des Interesses meint dieser zum SCHÜLERSTANDARD. "Wenn ich in ein anderes Land reise, dann würde ich die Landessprache jedes Mal sehr gerne lernen", sagte Falk.

"Russland ist eine eigene Welt", begeistert sich Petra Stawowczyk (17). "Gedacht habe ich mir, ich werde Letzte oder Erste." Letzteres ist eingetreten, die Schülerin der Sir-Karl-Popper-Schule profilierte sich im Rollenspiel.

Mit zufriedenen Gesichtern und dem gelebten Prinzip, sich das Lernen einer Fremdsprache zuzutrauen, endete die Wifi-Sprachmania 2005 mit der Zuversicht auf Fortsetzung 2006. (Julia Grillmayr/DER STANDARD-Printausgabe, 12.4.05)