Eine "neue Kultur" ortet Bildungsministerin Elisabeth Gehrer an den österreichischen Universitäten, "wo Feedback als Ansporn gesehen wird, wo Qualität für Lehrende und Lernende als wichtig angesehen wird".

Qualität sichern

Zu diesem Zweck wurde vor einem Jahr die Österreichische Qualitätssicherungsagentur AQA gegründet. Die AQA ist eine unabhängige Agentur zur Evaluierung und Qualitätssicherung im Hochschulbereich. Die Agentur wird durch die maßgeblichen Anspruchsgruppen des Hochschulwesens in Österreich, die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK), die Fachhochschul-Konferenz (FHK), den Verein der Privatuniversitäten (PU), die HochschülerInnenschaft (ÖH) und das Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur (BMBWK) getragen.

Uni-Ranking

Die AQA organisiert und koordiniert Evaluierungen im Auftrag der Bildungseinrichtungen. Neben Evaluierungen einzelner Studiengänge beteiligt sich die AQA auch an Studienrankings. Am 18. Mai sollen die Ergebnisse eines von der AQA gemeinsam mit dem deutschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) durchgeführten Rankings der deutschsprachigen Studienangebote im Bereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Rechtswissenschaften bekannt gegeben werden, im kommenden Jahr folgen die Naturwissenschaften und Mathematik.

Service Evaluierung

"Man muss aber darauf achten, nicht einfach "gute" und "schlechte" Unis zu ermitteln - am Ende stehen vielmehr Stärken und Schwächen", so AQA-Geschäftsführer Alexander Kohler. Für ihn ist der Servicecharakter der Agentur ausschlaggebend, die im kommenden Jahr unter anderem Kriterien zur Gestaltung von Bakkalaureat- und Magister-Programmen, eine Checkliste für Uni-interne Qualitätsmanagement-Prozesse, Standards zur Evaluierung der Frauenförderung entwickeln und Evaluierungen von Studienrichtungen anbieten will.

"Ziel unseres Hochschulranking ist nicht, die beste und die schlechteste Universität zu ermitteln, sondern in vergleichenden Darstellungen einzelner Studienangebote die Angebots- und Leistungstransparenz im Hochschulbereich zu verbessern. Von seriösen Vergleichen zu Studienmöglichkeiten und Studienbedingungen profitieren in erster Linie StudienanfängerInnen und StudienwechslerInnen," betont der Vorsitzende der AQA, Rektor Univ. Prof. Dr. Heinrich Schmidinger.

Die Qual der Wahl

Qualität sei angesichts des Europäischen Hochschulraums von entscheidender Bedeutung, "wer in einem anderen Land studiert, muss sich der Qualität der jeweiligen Uni sicher sein", so Bundesministerin Gehrer. Qualitätsbewusstsein sei aber auch unabdingbare Voraussetzung für eine Schwerpunktsetzung der Unis und für die geplanten Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und den einzelnen Hochschulen. So würden die im Universitätsgesetz vorgeschriebenen Beurteilungen der Lehrveranstaltungen durch Studenten in die Leistungsvereinbarungen - und damit auch in die Budgetzuteilung an die Uni - einfließen.

Verschiedene Indikatoren

Wichtig bei Evaluierungen sei, ein Ergebnis zu erzielen, das akzeptiert werden kann, betonte der Rektor der Uni Salzburg und AQA-Vorsitzender Heinrich Schmidinger. Abhängig sei das davon, wie das Verfahren auf die Schiene gestellt und welche Indikatoren dafür herangezogen werden. So würde beispielsweise der in den Naturwissenschaften wichtige Indikator "Publikationen" in den Kultur- und Geisteswissenschaften kaum eine Rolle spielen.

Große Bedeutung hätten Evaluierungen auch in der notwendigen Schwerpunktsetzung der Unis. Man könne den Fokus aber nur auf bereits vorhandene Stärken legen, bzw. auf solche Bereiche, die man ausbauen möchte. Welche das seien, müsse man vorher feststellen, auch hier komme der AQA eine wichtige Aufgabe zu, sagte Schmidinger. (az/APA)