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Nachdem die heimische Post an die Börse gebracht werden soll schließt die Deutsche Post eine Beteiligung in Österreich aus

Foto: AP/MARTIN MEISSNER
Wien (APA) - Die Deutsche Post AG hat Pläne zur Übernahme der Österreichischen Post AG endgültig aufgegeben. In einem Interview für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" schloss Deutsche Post-Chef Klaus Zumwinkel eine Beteiligung auch in den nächsten Jahren explizit aus.

"Wir haben beschlossen, uns an der Österreichischen Post definitiv nicht zu beteiligen", betonte Zumwinkel. Als Grund nennt er "verschiedene politische Entwicklungen". Diese hätten die Deutsche Post veranlasst, ihr Interesse zurückzuziehen.

IPO im Frühjahr 2006

Die Regierung hatte für die Österreichische Post AG ursprünglich als ersten Schritt einer Privatisierung einen strategischen Partner an Bord holen wollen. Erst vergangene Woche hat Finanzminister Karl-Heinz Grasser jedoch eine Änderung des Privatisierungsauftrags angekündigt. Demnach soll eine Minderheitsbeteiligung der Österreichischen Post nun nicht an einen strategischen Partner, sondern im Frühjahr 2006 über die Börse verkauft werden.

Einstieg in Dänemark und Belgien ebenfalls ad acta

Umgekehrt kämpft die Deutsche Post derzeit mit Problemen bei ihrem US-Engagement. Im Vorjahr hat das Unternehmen eingeräumt, dass das Expressgeschäft in den USA 2004 und 2005 zusammengenommen 800 Mio. Euro Verlust machen werde. Neben Österreich hat die Deutsche Post zuletzt auch ihr Interesse an einem Einstieg in Dänemark und Belgien ad acta legen müssen.

In Österreich will die Deutsche Post jetzt aus eigener Kraft dem bisherigen Monopolisten Konkurrenz machen. Schon heute habe die Deutsche Post in Österreich mit 300 Mio. Euro Umsatz "eine attraktive Marktposition". Diese werde das Unternehmen - nachdem die Österreichische Post an die Börse gehe - nun selber stärken, betonte Zumwinkel.

2004 hat die praktisch schuldenfreie Deutsche Post AG einen Konzerngewinn von 1,6 Mrd. Euro geschrieben. Mit über 400.000 Mitarbeitern setzte das Unternehmen im Vorjahr 43,2 Mrd. Euro um. Heuer dürfte das internationale Geschäft (220 Länder) bereits mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns ausmachen. (APA)