Auf dem Areal der ehemaligen Poliklinik (Wien 9) entsteht in unmittelbarer Nähe zum AKH ein neuer Life-Science-Campus: Nach Fertigstellung eines Erweiterungsbaus Ende 2006 wird der Campus Teile des Häuserblocks zwischen Mariannen-, Höfer-, Lazarett- und Pelikangasse umfassen. Geplant sind rund 19.000 Quadratmeter "Arbeits- und Lebensraum", also Labors, Büros, Seminarräume, Wohnungen und Gastronomiebetriebe, die sich um einen begrünten Innenhof konzentrieren. Das im Herbst 2005 startende Bauvorhaben soll dem Immobilienengpass in der Biotech-branche entgegenwirken. Das erste Campus-Gebäude (Vienna Competence Center) war bereits im Sommer 2004 bezugsfertig. Es beherbergt etwa Labors der Medizinischen Universität Wien, ein Unternehmen für Gesundheitsmarketing und ein Allergieforschungs-Unternehmen. Mieter am erweiterten Campus Poliklinik werden ebenfalls Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik sein; es gibt bereits Interessenten. Das Investitionsvolumen für den Erweiterungsbau beträgt 30 Millionen Euro, die im Rahmen eines Public-Private-Partnerships (PPP) hauptsächlich durch private Investoren aufgebracht werden. Die Stadt Wien steuert eine Million Euro bei. Im Zuge der Renovierungs- und Neubauarbeiten soll das Ambiente der alten Poliklinik behutsam ergänzt werden. Die historischen Fassaden bleiben jedenfalls erhalten, doch das Innenleben der Altbauten muss adaptiert werden: So wird es im Hauptgebäude notwendig sein, das gesamte Hochparterre auf Erdgeschoßniveau abzusenken und das denkmalgeschützte Stiegenhaus aus der Altbausubstanz herauszuschälen. Im 5000 Quadratmeter großen Innenhof bleibt der Altbaumbestand erhalten. Den Campus verwaltet die Vienna Standort Management, eine Tochter des Regionalentwicklers Prisma und des Zentrums für Innovation und Technologie. (harl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 4. 2005)