Wien - Unter dem Motto "Leider kein Aprilscherz" stand am Samstag in Wien eine Demonstration gegen die neue Kompetenzverteilung in der Regierung, die mit dem Bundesministeriengesetz am 1. April in Kraft getreten ist. VeranstalterInnen Die Demonstration wurde von "Volkstanz", den Veranstaltern der wöchentlichen Protestdemonstrationen gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung, dem Aktionskomitee gegen Schwarz-Blau und der Initiative Arbeit gemeinsam veranstaltet, so Kurt Wendt vom Aktionskomitee. Die OrganisatorInnen kritisieren vor allem drei mit dem Bundesministeriengesetz erfolgte Änderungen: Die Eingliederung der Frauenagenden ins Generationenministerium, die Einordung der Arbeitsmarktpolitik ins Wirtschaftsministerium und der Umweltpolitik ins Landwirtschaftsministerium. RednerInnen Bei der Abschlusskundgebung sprachen u.a. die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal, die Grüne Abgeordnete Madeleine Petrovic und der Sozialwissenschafter Emmerich Talos. Für Talos leistet die Regierung einen wesentlichen Beitrag, "dass aus der Insel der Seligen eine Republik der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen wird", wie er am Freiatg in einer Pressekonferenz betonte. Petrovic kritisierte dabei die Neuordnung der Ministerien als "klare Schwächung, Zurückdrängung und Bevormundung der Umwelt- und Frauenpolitik". Zu Zwischenfällen kam es nicht, bestätigten die Wiener Polizei und die VeranstalterInnen. Nach Angaben der Polizei nahmen 500 Personen, nach Angaben der VeranstalterInnen etwa 2000 Menschen an der Demonstration teil. (APA)