Drehbuch-Hauptpreis für Gabriele Neudecker
Mit "Namenlos" Siegerin des Carl- Mayer-Drehbuchwettbewerbs

Graz - Die Hauptpreise des Filmfestivals "Diagonale" auf jeweils zwei Preisträger war eine Besonderheit: Beste Filme des Jahres wurden "Nordrand" "und "The Punishment". Das Preisgeld des "Große Diagonale-Preis teilen sich Barbara Albert und Goran Rebic. Insgesamt gibt es dafür 160.000 Schilling Bargeld sowie Filmmaterial im Wert von 50.000 Schilling.
Alberts erster Langfilm "Nordrand" wurde ausgewählt, weil hier "auf eindrucksvolle Weise das Leben junger Menschen porträtiert wird", und außerdem "ihre persönliche und politische Realität virtuos verbunden wird", so die Begründung der Jury. "Nordrand" wurde bereits mit dem Wiener Filmpreis 1999 und dem "FIPRESCI"-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Der Film hatte auch dafür gesorgt, dass Österreich erstmals seit Jahrzehnten wieder im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig vertreten war, und dabei den "Marcello Mastroianni-Preis" für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung (Nina Proll) eingestreift. Der "Diagonale Preis Innovatives Kino 2000" ist mit insgesamt 160.000 Schilling dotiert. Den Geldpreis in der Höhe von 80.000 Schilling erhielt Fiona Rukschcio für "#1:", eine Dokumentation über sexuelle Übergriffe auf Frauen in privaten und öffentlichen Räumen. Die 1972 geborene Studentin (Politikwissenschaft und Akademie der bildenden Künste, Wien) läßt Freundinnen und Bekannte ihre Erlebnisse in die Kamera sprechen. Über "Belästigungen" zu erzählen fällt keiner von ihnen leicht. Die Geschichten wirken oft durch die Art der Erzählung komisch, was das Unbehagen der Betrachterinnen steigert. Denn das was hier präsentiert wird kann jede Frau treffen. Und wie frau dann reagieren soll, wird hier vorgeführt - wehren und auch schlagen. (red)