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Benedikt XV. war von 1914-22 Pontifex

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Vatikan/Wien - Der zum Papst gewählte deutsche Kurienkardinal Josef Ratzinger hat den Papstnamen Benedikt angenommen und ist 16. Träger dieses Namens. Im Folgenden die bisherigen Benedikt-Päpste im Überblick:
  • Benedikt I. (575-79) - gest. in Rom am 30. Juli 579

  • Benedikt II. (684-85), gest. in Rom am 8. Mai 685. Er wurde bereits 683 gewählt, wurde aber erst nach Bestätigung durch den damaligen oströmischen Kaiser Konstantin IV. geweiht. Heiliger (Tag: 7. Mai)

  • Benedikt III. ((855-58), gest. in Rom am 17. April 858. Der kaiserliche Gegenpapst Anastasius Bibliothecarius (855) konnte sich gegen ihn nicht durchsetzen.

  • Benedikt IV. (900-903), gest. in Rom Ende Juli 903. Er krönte Ludwig III. von Niederburgund 901 zum Kaiser (des Westens).

  • Benedikt V. (964), Römer, in Hamburg vermutlich 966 gestorben. Er war der von den Römern nach dem Tod Johannes XII. (14. Mai 964) gewählte Gegenpapst gegen den kaiserlichen Papst Leo VIII., der seinerseits dem von Kaiser Otto I. 963 abgesetzten Johannes XII. gefolgt war. Da Benedikt nicht unter Achtung der damals anerkannten kaiserlichen Mitbeteiligung gewählt worden war und Leo VIII. sich durchsetzte, muss Benedikt als Gegenpapst gelten. Er starb zum Diakon degradiert in der Haft des Erzbischofs Adaldag von Hamburg.

  • Benedikt VI. (973-74), Römer. Im Gefängnis erdrosselt im Juli 974. Er wurde unter dem Schutz von Kaiser Otto I. am 19. Jänner 973 gewählt und nach dessen Tod vom stadtrömischen Gegenpapst Bonifatius VII. (seit Juni 974) verdrängt.

  • Benedikt VII. (974-83), Römer, gest. in Rom am 10. Juli 983. Vorher Bischof von Sutri, wurde unter dem Schutz Kaiser Ottos II. gewählt, unterstützte dessen Kirchenpolitik und förderte auch die Cluniazensische Kirchenreform.

  • Benedikt VIII. (1012-24), vorheriger Name Theophylakt, aus dem Geschlecht der Grafen von Tusculum, gest. in Rom am 9. April 1024. War im Einvernehmen mit Kaiser Heinrich II., den er 1014 in Rom krönte. politisch (gegen die Sarazenen und die Byzantiner in Sardinien bzw. in Unteritalien), sowie in der Kirchenreform erfolgreich tätig.

  • Benedikt IX. (1032-45), Vorheriger Name Theophylakt aus dem Geschlecht der Grafen von Tusculum. Gest. in Tusculum um 1056. Er wurde Ende 1044 von den Römern vertrieben, konnte sich aber gegen den Gegenpapst Silvester III. durchsetzen. Am 1. Mai 1045 verzichtete er gegen eine hohe Geldsumme zu Gunsten Gregor VI. auf sein Amt.

    Seine spätere Absetzung im Jahr 1046 durch Kaiser Heinrich III. war rechtlich belanglos. Nach dem Tod Klemens II. amtierte er ohne Rechtsgrundlage nochmals als Papst (1047-48), musste aber dann infolge kaiserlichen Eingreifens vor Leo IX. weichen.

  • Benedikt X. (1058-59). Vorheriger Name Johannes. Römer, starb in Klosterhaft unter Gregor VII. (1073-85) . Er war Bischof von Velletri. Seine Wahl durch die Römer verlief nicht korrekt. Die Reformpartei wählte mit kaiserlicher Hilfe (Heinrich IV.) Ende 1058 Nikolaus II. und setzte Benedikt im Jänner 1059 als unrechtmäßigen Papst ab.

  • Benedikt XI. (1303-04), vorheriger Name Nikolaus Bocassini. Geb. in Treviso 1240, gest. in Perugia am 7. Juli 1304. Dominikaner seit 1254, 1296 Generalmagister seines Ordens, 1298 Kardinal. Als Kirchenoberhaupt wollte er das Papsttum nach den schweren Differenzen zwischen seinem Vorgänger Bonifaz VIII. und der französischen Krone mit den Franzosen aussöhnen. Benedikt XI. gilt als Seliger, Tag: 7. Juli.

  • Benedikt XII. (1334-42), vorher Jacques Fournier. Geb. in Saverdun (Languedoc) um 1285, gest. in Avignon am 25. April 1342. Zisterzienser, seit 1327 Kardinal. Sittenstreng und hochgebildet, reformierte er in Avignon die kirchliche Ämterbesetzung und Steuererhebung, sowie den Klerus, insbes. den Benediktiner- und den Zisterzienserorden. Weitgehend vom Wohlwollen der französischen Krone abhängig, war Benedikt zur Fortführung des Kampfes gegen Ludwig von Bayern gezwungen. Er begann mit dem Bau des Papstpalastes in Avignon.

  • Benedikt XIII. (1394-1423), vorher Pedro de Luna aus aragonesischem Adel. Geb. um 1342, gest. in Peniscola (Aragonien) am 23. Mai 1423. Kanonist, seit 1375 Kardinal. Er trat nach 1378 auf die Seite des nach dem Ende des päpstlichen Exils in Avignon dort residierenden Gegenpapstes Klemens VII., zu dessen Nachfolger er 1394 in Avignon gewählt wurde. Somit ist er rechtlich als Gegenpapst zu betrachten. Er konnte sich trotz anfänglicher Erfolge nicht behaupten.

    Er wurde von den Konzilen in Pisa (1409) und Konstanz (1417) abgesetzt, zog sich auf die Burg Peniscola in Aragonien zurück, hielt aber bis zu seinem Tod den Anspruch aufrecht, rechtmäßiger Papst zu sein. In der kirchlichen Zählung der Benedikt-Päpste werden er und sein Nachfolger Benedikt XIV. (1425-30) als Gegenpäpste angegeben, in der Gesamtliste der Benedikt-Päpste treten daher Benedikt XIII. und Benedikt XIV. zwei mal auf.

  • Benedikt XIII. (1724-30), vorher Pietro Francesco Orsini. Geb. in Gravina bei Neapel 1649, gest. in Rom am 21. Feb. 1730. 1686 Erzbischof von Benevent, duldete als Papst die Misswirtschaft des Kardinals Coscia und gab im Streit mit dem damals österreichischen Sizilien um die kirchlichen Vorrechte des Königs (das war damals Kaiser Karl VI.)1728 nach.

  • Benedikt XIV. (1740-58), vorher Prospero Lambertini. Geb. in Bologna am 31. März 1675, gest. am 3. Mai 1758. 1726 Kardinal, 1731 Erzbischof von Bologna. Der gelehrte und aufgeklärte Geistliche wurde wegen seiner Toleranz sogar von Preußenkönig Friedrich d. Gr. und von Voltaire geschätzt. Gegenüber dem Absolutismus, bes. der bourbonischen Höfe zeigte er sich nachgiebig, so in den Konkordaten mit Sardinien (1741), Neapel (1741), Portugal (1748) und Spanien (1753). Den Streit um die Akkomodation in den fernöstlichen Missionsgebieten entschied er zuungunsten der Jesuiten, denen er auch sonst nicht wohlgesinnt war.

  • Benedikt XV. (1914-22), vorher Giacomo della Chiesa. Geb. in Genua am 21. Nov. 1854, gest. in Rom am 22. Jän. 1922. Seit 1883 enger Mitarbeiter des vatikanischen Staatssekretärs Mariano Rampolla im diplomatischen Dienst der Kurie, 1901 Unterstaatssekretär, zuletzt im Gegensatz zur Politik Papst Pius X.. Dieser schaltete ihn 1907 durch Ernennung zum Erzbischof von Bologna aus der vatikanischen Politik aus und erhob ihn erst 1914 zum Kardinal. Zum Nachfolger Pius X. trotz des ausgebrochenen Weltkrieges gewählt, wahrte er, unterstützt von den Kardial-Staatssekretären Ferrata und Gasparri, trotz profranzösischer Sympathien die politische Neutralität in den Jahren des Ersten Weltkrieges.

    Seine Versuche einer Friedensvermittlung scheiterten, insbesondere an der durch den italienischen Staat mitbeeinflussten Ablehnung seitens der alliierten Mächte. Es gelang ihm aber, viele Gefangene zu befreien und die politische Bedeutung und das Ansehen des Papsttums zu steigern. Letzteres insbesondere durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu vielen Staaten, darunter Großbritannien (1914) und Frankreich (1921). Sein Name ist mit der Veröffentlichung des kirchlichen Gesetzbuches Codex Iuri Canonici verknüpft. (APA)