Wien - Der monatelange Protest der Handy-Netzbetreiber zeigte offenbar Wirkung: Die Novelle zum Telekom-Gesetz kommt in einer abgeschwächten Form ins Parlament. Zwar bleibe es bei der geplanten Versteigerung der Frequenzen für das "Welthandy" UMTS, aber die Eingriffe in bestehenden Konzessionen seien wesentlich entschärft worden, sagte ein Insider. Konkret geht es um Eingriffsmöglichkeiten für den Regulator in die Funk-Konzessionen. Der Regulator kann den GSM-Firmen das so genannte "National Roaming" verordnen. Dabei muss der Netzbetreiber einem neuen UMTS-Funker sein Netz auch gegen seinen Willen zur Mitbenützung öffnen, allerdings gegen Bezahlung des Marktpreises. Dies sei in der Übergangszeit von GSM zu UMTS notwendig, weil im Universal Mobile Telecommunication System in der ersten Phase keine Sprachtelefonie möglich sei, sagen Fachleute. Mobilkom, max.mobil und Connect (One) waren gegen diese "Enteignung" Sturm gelaufen, weil sie befürchteten, dass sich neue Betreiber Milliarden für den Netzbau ersparen könnte. Vor allem GSM-Regionallizenzen, die ebenfalls versteigert werden sollen, hätten von diesem "national Roaming" profitiert und kräftig gespart. Die nun vorliegende Gesetznovelle, die dem Vernehmen nach nicht mehr im Ministerrat, sondern nur mehr im Verkehrsausschuss des Parlaments diskutiert werden soll, begrenzt die Roaming-Verpflichtung ausschließlich auf UMTS, das ab 2002 auf den Markt kommen soll. Mit dem Auktionsplan selbst hat man sich indes abgefunden. "Der Beauty-Contest ist tot und die geforderte automatische Frequenzzuteilung ist EU-widrig", bringt es ein Beteiligter auf den Punkt. Infrastrukturminister Michael Schmid will im Herbst eine Auktion in mehreren Runden durchführen. Dabei kommen insgesamt 155 Megaherz unter den Hammer, zerlegt in Fünfer-Packerl, wobei mindestens zehn MHz gekauft werden müssen. Damit dürften weit mehr als die erhofften vier Mrd. S ins Budget fließen. Die britische Bietersumme beläuft sich derzeit auf insgesamt mehr als 160 Mrd. S ( Luise Ungerboeck )