Wien - "e-learning und Internet" will Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) an Schulen und Universitäten verstärkt vorantreiben. Die technische Ausstattung soll modernisiert, Lehrpläne aktualisiert und die Aus- und Weiterbildung für Pädagogen verbessert werden, kündigte Gehrer bei einer Pressekonferenz am Dienstag an. Eine sektionsübergreifende Steuerungsgruppe im Bildungsministerium wird die Offensive koordinieren. "Die Arbeit am Computer ist neben Lesen, Schreiben, Rechnen bereits eine vierte Kulturtechnik", so Gehrer. Die neuen Technologien seien maßgeblich für Sicherung der Arbeitsplätze und der Weiterentwicklung der Wirtschaft. Finanzieren wird die Ministerin die Internet-Initiative u.a. durch die "Computermilliarde", die ab 2001, "schrittweise, nicht alles auf einmal" kommen soll. Zuerst sei noch "das Budgetloch zu bewältigen", betonte Gehrer. Um für alle Bürger Internet-Zugang zu erreichen, wie im Rahmen der EU bis 2005 vorgesehen, müssten außerdem die Leitungskosten in Europa gesenkt werden, so die Ministerin. Ein Schwerpunkt der e-learning-Offensive liegt auf der Lehrer-Bildung: Ab Herbst soll es an österreichischen Unis das Lehramt Informatik geben. Die Standort-Frage werde in den kommenden Tagen entschieden, hieß es. Bis 2002 soll die gesamte im Dienst stehende Lehrerschaft Internet-fit werden. So genannte "Informatik-Manager", die auch unterrichten, werden die Schulanlagen betreuen und bei der Weiterbildung der Kollegen zum Einsatz kommen. Nach den Bundesschulen, wo Österreich in Sachen Internet EU-weit an der Spitze liege, sollen nun auch alle Pflichtschulen einen Netz-Anschluss erhalten. Die Quote liege bereits bei 43 Prozent, so Gehrer. Kooperationen mit Firmen, Leasingverträge, um aktuelle Hardware zu haben, würden künftig notwendig sein. Hier seien die autonomen Schulen gefordert, so Gehrer. Auf inhaltlicher Ebene versuche man auch in den Lehrplänen die Berufe der neuen Technologien zu berücksichtigen. Im Bereich der berufsbildenden Schulen kündigte Gehrer für heuer 19.800 Absolventen an, die fundierte Kenntnisse im Bereich der Neuen Medien haben. 8.000 von ihnen hätten Spezialausbildungen. Im Unibereich wird es bis 2003 rund 6.000 wissenschaftlich ausgebildete, höchstqualifizierte Fachleute für die modernen Technologien geben, so die Ministerin. Ein Ausbau der Fachhochschul-Lehrgänge ist geplant. Bei der Erwachsenenbildung sollen Frauen aber auch Senioren besonders berücksichtigt werden. (APA)