Die KandidatInnen

Foto: RTL
China ist weit weg und hatte mit dem deutschen Privatsender RTL bisher wenig zu tun. Jetzt rückt das Reich der Mitte aber deutlich stärker in den Fokus von RTL und wird wichtig für den Erfolg des Senders in Deutschland: Am Freitag (21.15 Uhr) startet RTL die zwölfteilige Reality-Spielshow "Peking Express", die im August 2004 aufgezeichnet wurde. Das einfache, aber abenteuerliche Konzept: 16 Kandidaten mussten sich mit zwei Euro pro Tag von Moskau nach Peking durchschlagen.

9.000 Kilometer galt es zurückzulegen, was sich für die acht Kandidatenpaare als schwieriges Unterfangen erwies. Tim Löbsack, verantwortlicher Produzent der Hamburger Produktionsfirma MME, berichtet von widrigen Witterungsbedingungen bereits zu Beginn der Dreharbeiten. In Moskau habe es stark geregnet, die Luftfeuchtigkeit war hoch. In den sibirischen Steppen wurde es trockener, die Tage waren heiß, aber die Nächte immens kalt. Dafür sei die Gastfreundschaft der Bewohner groß gewesen. Die Kandidaten fanden meist Quartiere; auch per Anhalter weiter zu kommen, erwies sich als nicht sehr schwer.

Tücken und Hindernisse

Die Tücke lag im Detail. Die begleitenden Ärzte mussten die Mitspieler ständig vor einer möglichen Dehydrierung (Austrocknung) warnen. Ein Paar musste wegen Erschöpfung einen Tag aussetzen. Die Sprache und das Kartenmaterial erwiesen sich als zusätzliches Hindernis. Die kyrillische Schrift auf den Hinweisschildern und den Landkarten stellte die Teilnehmer vor Probleme. Oft verließen sie die Transportfahrzeuge mitten auf der Strecke und warteten nicht, bis sie Knotenpunkte erreicht hatten. Somit mussten die Paare oft lange auf eine neue Mitfahrgelegenheit warten. Der Lohn für die vielen Mühen: Nach zwölf Folgen "Peking Express" wird RTL das Siegerpaar krönen, das mit immerhin 100.000 Euro belohnt wird.

Einige Flops in letzter Zeit

Für RTL hat sich im Vorfeld der Ausstrahlung bereits die Frage gestellt, ob das bewährte TV-Rezept - man nehme ganz normale Personen und stecke sie in ungewöhnliche Situationen - aufgeht. Häufiger schon mussten TV-Sender mit solchen Ideen Bauchlandungen hinnehmen. Auch RTL hatte mit einschlägigen Shows ("The Bachelor" oder "Big Boss") nicht immer positive Erfahrungen gemacht. Mit neuen Programmen hatte RTL zuletzt ohnehin nicht immer Glück: Die Kochshow "Teufels Küche" erfüllte nicht die Erwartungen, die neuen Serien "Wilde Engel" und "Das Geheimnis der Spielerfrauen" bauten schon zur zweiten Folge stark ab. (APA/dpa)