Christoph Prantner

Wien - Das Ding hat viele Namen: Cellular-Silencer, GSM-Jammer, Mobile-Interruptor, Handy-Blocker. Seine segensreiche Funktionsweise ist indes immer die gleiche: Es setzt Mobiltelefone außer Betrieb.

Der Handy-Blocker (wir bleiben beim schönen deutschen Begriff) funkt dabei zwischen die Kommunikation von Sprechgurkerl und dem nächstgelegenen Netzmast. Mit Störsignalen (so genannten Funk-Firewalls) wird deren Kontakt unterbrochen. Gerät ein Tragtelefon also in den Wirkungskreis eines solchen Geräts (je nach Ausstattung zwischen 15 und 50 Metern Umkreis), ist Schluss mit Piepsen, Fiepen, Zirpen und lauthals geführten Gesprächen über die Beschaffenheit des Stuhlgangs des Haushundes. Am Display der Handfernsprecher erscheint dann bloß die schlichte Botschaft "Kein Netz".

Theater, Restaurants

Diese von einer israelischen Firma entwickelten Störsender werden nach Auskunft des Wiener Telekom-Experten Wolfgang Prentner vor allem in Sitzungssälen, Theatern, Banken, Restaurants oder Gefängnissen verwendet. In Japan sind die Blockierer legal, in Österreich oder etwa auch Deutschland ist deren Verwendung verboten.

"Handy-Blocker", so Michael Pilz, Anwalt und Kenner des Telekom-Gesetzes, "sind in Österreich keine zugelassenen Endgeräte, weil sie eben den regulären Funkbetrieb stören." Sowohl deren Besitz als auch deren Inbetriebnahme sei nicht gestattet. "Und als Besitz gilt auch eine einstweilige Verwahrung eines solchen Gerätes. Wer also bei der Einreise damit erwischt wird, kann sich nicht auf einen Freund herausreden."

Ein solches Risiko muss indes niemand wirklich eingehen. Die Handy-Blocker werden im Internet angeboten und auf Wunsch unauffällig per Post zugesandt. Auf www.alarm.de, einem elektronischen Händler für Spionagebedarf, wird etwa der "SPYTEC Blocker" für 3300 Mark (23.100 Schilling, 1547 EURO) verkauft. Bei der Konkurrenz, www.policesystems.de, ist der "PSI 2098 E Cellular Blocker" schon um 1980 Mark (13.860 Schilling, 1007 EURO) zu haben. Wegen des Verbots verweisen jedoch beide Händler darauf, dass die Geräte "nur für den Export" gedacht seien.