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Der englische Managed-Service-Provider für die E-Mail-Sicherheit, MessageLabs , warnt vor immer ausgefeilteren Social-Engineering-Techniken, mit denen die Nachfolger des vor fünf Jahre aufgetauchten "LoveLetter"-Virus E-Mail-Empfänger ködern. Anlass für die Warnung der Briten ist das fünfjährige Jubiläum des Virus. Im Frühling 2000 schickte ein philippinischer Student via E-Mail eine kleine "Liebesbotschaft" auf die Reise, die die Virenszene für immer veränderten sollte. Der Malicious-Code mit dem Namen "LoveLetter" erreichte weltweit etwa 45 Mio. Empfänger und verursachte Schäden in der Höhe von etwa drei Mrd. Euro.

"LoveLetter"

Erfolgreich wie nie zuvor setzte "LoveLetter" so genannte Social-Engineering-Techniken ein. Die Betreffzeile "I Love you" verleitete mitten im Frühling scharenweise Empfänger die vermeintliche Liebesbotschaft zu öffnen. Der Wurm konnte sich dadurch millionenfach verbreiten. Wurde die Nachricht geöffnet, kaperte der Virus sofort das Adressbuch in Microsoft Outlook, und verschickte sich an alle gefunden Adressen. Das Attachement mit der Bezeichnung "LOVE-LETTER-FOR-YOU-TXT.vbs zerstörte schließlich, nach seiner Aktivierung, alle Daten auf der Festplatte.

Millionen Systeme

Schone eine Woche nach seiner Freisetzung infizierte der Wurm mehre Mio. Systeme, darunter die E-Mail-Server des britischen Parlaments, der NASA und des Pentagon. In Deutschland waren unter anderem Siemens, Microsoft, der Fernsehsender ProSieben und der Axel-Springer-Verlag betroffen. Die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit war damals das Gefährlichste an den netzwerkfähigen Würmern. Der besonders aggressive "Mydoom" hat das laut MessageLabs im vergangenen Jahr wieder unter Beweis gestellt. Hinzu kommen Woche für Woche Dutzende "Trittbrettfahrer", die von "Kopierern" auf die Reise geschickt werden.

Der prominenteste Vertreter des vergangenen Jahres, beziehungsweise in der Geschichte der Computerviren überhaupt, "MyDoom", verursachte einen weltweiten Schaden von etwa 5,5 Mrd. Euro. Geht man von diesen Schätzungen aus, läge der "LoveLetter" im vorderen Mittelfeld neben "MyDoom", "Netsky", "Bugbear", "Blaster" und "Sasser". Das Ausmaß der neuen "Sober"-Variante, die ebenfalls Social-Engineering-Techniken verwendet und mit gratis WM-Tickets lockt, ist im Moment laut MessageLabs noch nicht absehbar. (pte)