New York - Die Mordrate in New York ist im ersten Quartal 2000 um 12,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres angestiegen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Statistik hervor. 1998 war die Zahl der Morde noch auf einen Tiefststand gefallen. Andere Verbrechen wie Vergewaltigung, Raub, Körperverletzung, Einbrüche und Autodiebstähle sanken dagegen in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 7,5 Prozent. Bis zum vergangenen Sonntag wurden in New York in diesem Jahr 190 Morde begangen, 21 mehr als im ersten Quartal 1999. Der gefährlichste Stadtteil war die Bronx: von Jänner bis März 2000 wurden dort 61 Menschen umgebracht, 23 mehr als im ersten Quartal des Jahres 1999. Garry McCarthy, der die Strategie-Abteilung der New Yorker Polizei zur Verbrechensbekämpfung leitet, bestritt einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Mordrate und der Erschießung von Amadou Diallo im vergangenen Jahr durch vier weiße Polizisten. Der afrikanische Einwanderer war unbewaffnet, als die Polizisten im Stadtteil Bronx 19 Mal auf ihn schossen. Ihr Freispruch löste eine Welle der Empörung aus. Danach gab es Berichte, wonach einige Polizeibeamte aus Angst vor öffentlicher Kritik weniger Verdächtige verhaftet hätten. McCarthy sagte dagegen, dass die Anzahl der Verhaftungen gestiegen sei. Seit vergangenem Monat patrouilliere die Polizei zudem durch die Bronx. In den letzten zwei Wochen habe es deshalb nur drei Morde in dem Bezirk gegeben. 1990 wurden in New York noch 2.290 Morde registriert, 1998 fiel die Zahl auf 629, im vergangenen Jahr stieg sie wieder leicht auf 667 an. Als Grund für die generelle Abnahme der Gewaltverbrechen sehen Experten unter anderem den Rückgang des Konsums der Droge Crack. (APA/AP)