Verschlüsselungssoftware ist gemäß der amerikanischen Verfassung durch das Recht auf Redefreiheit geschützt, da sie ein Mittel zur Kommunikation unter Programmierern darstelle. Dies entschied, wie Heise berichtet, ein amerikanisches Bundesberufungsgericht. "Das ist ein großer Tag für Programmierer, Informatiker und alle Amerikaner, die glauben, dass Privatsphäre und intellektuelle Freiheit keiner staatlichen Kontrolle unterliegen sollten", kommentierte Raymond Vasvari, Vorsitzender der American Civil Liberties Union of Ohio, das Urteil. Ein Jura-Professor aus Cleveland, dessen Klage im Jahr 1998 von einem niedrigeren Gericht abgelehnt worden war, hatte gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Sein Fall wird nun von einem Bundesgericht wieder aufgenommen. Professor Junger wollte auf seiner Webseite Krypto-Software zur Verfügung stellen, damit seine Computerrechts-Studenten die Funktionsweise und den Zweck von Computerprogrammen verstehen lernten, erklärte der Anwalt des Professors. Die Regierung beschied dem Professor, er benötige zunächst eine Lizenz für den Export von Verschlüsselungssoftware. Daraufhin zog Junger vor Gericht, weil er durch diese Einschränkung sein Recht auf Redefreiheit verletzt sah. Scott McIntosh, Anwalt beim Justizministerium, sagte zu dem Urteil, er habe es noch nicht gesehen und könne noch keinen Kommentar dazu abgeben. Gerade das US-Justizministerium hatte sich vehement gegen die Verbreitung von Krypto-Software über das Internet sowie die geplante Lockerung der restriktiven US-Exportbestimmungen gewehrt. (heise)