Linz - 35 bis 40 Jahre alt, allein Erzieherin mit einem Kind und ohne Job - so sieht die "typische Klientin" der Caritas aus. Mit anderen Worten: Bei Frauen in dieser Situation kommen die häufigsten Gründe für die "neue Armut" - Arbeitslosigkeit und allein stehend mit Sorgepflichten - zusammen. Dies geht aus einer Untersuchung der Caritas der Diözese Linz hervor, die am Mittwoch anlässlich der diesjährigen "Haussammlung" bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Die Sammlung steht unter dem Motto "Spenden Sie NächstenHilfe". 6.900 Schilling im Monat Der Umstand, dass diese Frauen allein für ihr Kind zu sorgen haben, macht sie meist wenig flexibel, ihre Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt ist damit deutlich eingeschränkt, berichtet die Caritas. Finanziell gesehen hat diese "Durchschnitts-Klientin" der Caritas im Monat nur rund 6.900 Schilling zur Verfügung, eine Rückzahlung von Schulden - nicht selten auf Grund einer Bürgschaft für Kredite des Ex-Mannes - ist so gut wie unmöglich. Viele dieser Frauen können im Bedarfsfall auch die notwendigen Krankenbehelfe nicht bezahlen, die Kinder sind oft schlechter ernährt und haben mangelhafte Zähne, zeigen die Erfahrungen. Gerade für solche Frauen wären weitere Selbstbehalte im Gesundheitswesen "unerschwinglich", warnte der Linzer Caritas-Direktor Josef Mayr. Das "familäre Erbe" bei Geldproblemen Auffallend sei, dass Kinder aus finanziell schwachen Familien - etwa, wenn der Vater lange Zeit arbeitslos ist - nur "bedingt geeignete Formen der Lebensgestaltung und Problembewältigung erlernen". Dazu Caritas-Chef Mayr: "Diese Jugendlichen sind oftmals nur bedingt fähig, sich gesellschaftlich anzupassen, mangelnde Ausbildung, schlecht bezahlte, häufig wechselnde Jobs mit geringer Absicherung sind die Folge. Spätere Arbeitslosigkeit scheint vorprogrammiert". "Haussammlung" Mit der "Haussammlung" will die Caritas finanzielle Mittel vor allem für besonders benachteiligte Randgruppen aufbringen, außerdem werden die Spenden auch in der Alten- und Familienhilfe sowie für Kindergärten und Horte verwendet. Der Aufwand für die Organisation der Haussammlung werde sehr gering gehalten, betont die Caritas in diesem Zusammenhang, "wir garantieren, dass von einem Spendenbetrag von 100 Schilling direkt 94 Schilling in die Hilfe für die Menschen in Oberösterreich gehen". (APA)