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Foto: APA/HANS KLAUS TECHT
Wien – Wie funktioniert die original "Alt Wiener Hochschaubahn"? Was machen die Ponys, wenn sie nicht ihre Runden im Karussell drehen? Und wieso wird die Geisterbahn "Zum Roten Adler" von einem Generator betrieben, der von einem ausgeschlachteten deutschen U-Boot stammt?

Fragen wie diese werden in den "Prater Adventure Tours" beantwortet, die ab sofort einen Blick hinter die bunten Papp- und Plastik-Kulissen des Wurstelpraters ermöglichen. Bei den derzeit acht angebotenen Erlebnisführungen kommen Kids genauso wie Touristen und Prater-Insider auf ihre Kosten (zwischen 20 und 42 Euro).

Die zwei bis dreistündigen Rundgänge sind nämlich auf verschiedene Alters- und Interessensgruppen zugeschnitten: Märchen, Feen und Zauberer sind beispielsweise Schwerpunkt der "Kiddy-Family-Tour" für Kinder ab drei Jahren. Magen- und Nervenstärke gibt es bei der "Speed-" beziehungsweise bei der "Gruseltour", gemütlicher geht es bei der "Relax-" und "Nostalgietour" zu. Inkludiert sind Spiele und Wettbewerbe für die Kleinen, Backstage-Führungen für die Großen sowie ein Gratisgetränk und Infos zum Prater für alle.

Anekdoten

Die Guides haben sich unter den traditionsreichen Praterbetreibern umgehört und eine Menge Anekdoten ausgegraben. Es gehe darum, die weltbekannte Attraktion als ein "Juwel mit langer Geschichte" zu zeigen und "möglichst vielen Menschen das Erlebnis Prater von einer neuen Seite näher zu bringen", erklärt Vize-Bürgermeisterin Grete Laska. Seitens des Praterverbands setzt man auf die Authentizität des 1766 entstandenen Vergnügungsparks: "Hier müssen Geschichten nicht erfunden werden wie in anderen Erlebnisparks."

Die Konflikte zwischen Praterunternehmern und Stadt Wien um den Masterplan zur Revitalisierung des Praterareals sind damit nicht gelöst, aber zumindest auf Eis gelegt – als nächstes steht die Neugestaltung des Prater-Eingangs und des Riesenradplatzes sowie eine Verbesserung der Parkplatzsituation auf dem Plan. Mit dem Bau der neuen Messe Wien wird das gesamte Gelände erweitert. (Karin Krichmayr, DER STANDARD Printausgabe, 19.05.2005)