Vor gut einem Jahr hat Apple den Kern seiner neuen Betriebsystem-Generation MacOS X im Quelltext veröffentlicht und als Open-Source-Projekt weiterentwickelt. Jetzt hat der Computerhersteller, wie Heise berichtet, die Version 1.0 von Darwin fertig und verteilt ein Installationsprogramm, das es Anwendern ermöglicht, das Betriebssystem ohne vorherigen Einsatz eines Compilers zu benutzen. Darwin basiert zum Teil auf einem Mach-3-Kernel und zusätzlichen Komponenten von FreeBSD. Erst vor kurzem war die Portierung auf Intel-Hardware gelungen. Seitdem spricht man in Cupertino stolz davon, dass Darwin prozessorunabhängig und für die PowerPC- und Intel-Plattform geleichermaßen geschaffen sei. Mit dem vorliegenden Installer lässt sich Darwin allerdings noch nicht auf Intel-Rechnern einrichten. Vorerst kommen nur einige Power-Mac-Besitzer in den Genuss Systems. Wann es die Intel-Version geben soll, verriet Apple noch nicht. Nach Angaben aus Cupertino läuft Darwin bisher auf den älteren Power-Macintosh-Modellen 7300, 7600, 8500, 8600, 9x00 und G3 (beige) sowie den G3-Rechnern mit NewWorld-ROM-Datei (blau-weiß). Außerdem werden G4, PowerBook G3 (Lombard) sowie iBook und iMac unterstützt. Darwin benötigt mindestens 32 MByte RAM und 230 MByte freien Platz auf der Festplatte. Da das Betriebssystem nicht auf allen geeigneten Rechnern getestet worden sei, empfiehlt Apple vor der Installation auf alle Fälle ein Backup durchzuführern. Außerdem würden SCSI-Karten von Adaptec und ATTO ebensowenig unterstützt wie Ethernet-Schnittstellen auf Basis von DEC-Chips und FireWire-Anschlüsse. Für die NewWorld-Modelle kann man bereits ein 221 MByte großes Image herunterladen, Versionen für andere Rechner sollen in Kürze folgen. Die Apple Developer Connection will demnächst eine CD-ROM für 20 US-Dollar anbieten. Für die zweite Komponente des Darwin-Projekts, den Darwin Streaming Server, kündigte Apple ebenfalls ein Update an: Im Mai soll es für diese Open-Source-Variante des QuickTime Streaming Server eine neue Version geben. Damit lassen sich QuickTime-Daten wie Video und Audio live über das Internet ausstrahlen. Die neue Release arbeitet erstmals auch unter Windows NT; mit den Versionen für MacOS X Server, FreeBSD, Linux und Solaris soll es den Darwin Streaming Server dann also für insgesamt fünf Plattformen geben. (heise)