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Grafik: APA
Wien - Durch den Sieg bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) 2003 starten die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) bei den ÖH-Wahlen 2005 erstmals von Platz eins.

Bisher schwarze Vorherrschaft

Seit dem Zweiten Weltkrieg hatten immer VP-nahe Fraktionen die meisten Stimmen erhalten und mit wenigen Unterbrechungen auch stets den Vorsitzenden gestellt. Die Wahl 2003 war der vorerst letzte bundesweite Urnengang. Das neue Wahlrecht macht einen österreichweiten Stimmen-Vergleich praktisch unmöglich, da die großen Fraktionen meist nicht an allen Unis kandidieren.

Von Union zu Aktionsgemeinschaft

Von 1945 bis 1967 regierte im Zentralausschuss (ZA) - dem damaligen bundesweiten Studentenparlament - der so genannte Wahlblock, aus ihm ging später die Österreichische Studenten Union (ÖSU) hervor. Nach Abspaltungen und Wiedervereinigungen sind die VP-nahen Studentenvertreter seit 1983 in der AktionsGemeinschaft (AG) zusammengefasst.

Absolute Mehrheit

Die absolute Mehrheit verlor die ÖSU im ZA erstmals bei den ÖH-Wahlen 1974, sie rutschte von 54 auf 41 Prozent der Stimmen. Die Wahl 1975 brachte weitere Verluste für die Fraktion, sie kam nur noch auf 36 Prozent. 1977 gelang es der ÖSU aber noch einmal, die absolute Mehrheit im ZA zu erringen. Mit 48 Prozent der Stimmen erzielte sie einen Zuwachs von satten zwölf Prozentpunkten.

Starke Verluste

Den absoluten Tiefpunkt erlebte die ÖSU bei der ÖH-Wahl 1981, bei der sie mit 23 Prozent der Stimmen nur knapp vor dem Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) mit 20 Prozent stärkste Fraktion blieb. Grund für die Wahlschlappe war die Abspaltung des Studentenforums von der ÖSU unmittelbar nach der vorangegangenen Wahl. 1981 erreichte das Studentenforum dann auf Anhieb rund 16 Prozent der Stimmen. Als Konsequenz daraus schlossen sich in der Folge drei ÖVP-nahe Listen - die ÖSU, das Studentenforum und das Forum Innsbruck - zur AG zusammen.

Erstmals VSStÖ

Erst 1995 trat mit Agnes Berlakovich vom VSStÖ erstmals eine Mandatarin einer nicht VP-nahen Fraktion an die Spitze der ÖH. Die Burgenländerin wurde auf Grund eines Koalitionsübereinkommens hauptsächlich mit den Stimmen eines "links-alternativen Bündnisses" gewählt. Zwei Jahre später konnte sich die AG mit Wolfgang Gattringer allerdings den Vorsitz zurückholen, nach der Wahl 1999 stellte sie mit Martin Faißt ebenfalls die ÖH-Spitze.

Neuauflage von Rot-Grün

Nach einer schweren Wahlniederlage 2001 musste die AG, obwohl sie stimmenstärkste Fraktion blieb, den ÖH-Vorsitz erneut abgeben. Damals trat eine grün-rot-kommunistische Koalition an die Spitze der Hochschülerschaft, aus der die Kommunistischen StudentInnen später ausschieden. 2003 verlor die AG schließlich auch knapp die Stimmenmehrheit: Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) überholten sie um knapp 100 Stimmen, die grün-rote Koalition erlebte eine Neuauflage. (APA)