Oslo - Nirgendwo in der Welt haben proportional so viele Frauen in der Wirtschaft das Sagen wie in Norwegen. Doch die Rekordfrauenquote in den Verwaltungsräten von derzeit 22,5 Prozent verfehlt die vom Gesetzgeber angestrebten 40 Prozent noch immer bei weitem, wie Industrieminister Boerge Brende am Freitag sagte.

Die norwegischen Unternehmen hatten ihre Führungsriegen massiv verweiblicht, nachdem die Regierung den rund 550 Aktiengesellschaften des Landes mit einem Gesetz gedroht hatte.

Quote binnen zwei Jahren erreichen

Die Firmen haben nun noch bis zum 1. Juli Zeit, die Quote von 40 Prozent auf freiwilliger Basis zu erreichen. Wird dieses Ziel nicht erreicht, will die Regierung nach der Sommerpause mit dem Gesetzgebungsverfahren beginnen. Das Gesetz gibt den Unternehmen dann noch einmal zwei Jahre Zeit, um die Quote durchzusetzen. Ist das Ziel dann noch immer nicht erreicht, sollen die betroffenen Unternehmen schlicht und einfach aufgelöst werden.

"Vernünftige Sanktionen"

Industrieminister Brende distanzierte sich allerdings von dieser Androhung, die im norwegischen Familienministerium erarbeitet worden war. Er sprach sich aber für "vernünftige Sanktionen" aus, um die Firmen zur Beförderung und Einstellung von Frauen in die Verwaltungsräte anzuhalten. (APA)