Vor dem umkämpften Referendum der Franzosen gab es auf dem Weg der europäischen Integration bereits eine Reihe von Stolpersteinen:

1954

Die Pariser Nationalversammlung lehnt die Gründung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft ab. Die Staats- und Regierungschefs der sechs Länder konzentrieren sich stärker auf Wirtschaftsbeziehungen.

1965

Frankreichs Präsident Charles de Gaulle lehnt einen Wechsel zu mehrheitlichen Beschlüssen ab. Frankreich bleibt sechs Monate den Sitzungen der Gemeinschaft fern. Der Konflikt wird mit dem so genannten Luxemburger Kompromiss gelöst.

1992

Die dänische Bevölkerung lehnt in einem Referendum den Maastrichter Vertrag ab, der auch den Weg zu einer Europäischen Währungsunion beschreibt. In einem zweiten Referendum stimmen dann die Dänen 1993 dem Maastrichter Vertrag zu.

1996

Nach Ausbruch der BSE-Epidemie verhängt die EU einen Importstopp für britische Rinder. Der britische Premier John Major kündigt an, dass Großbritannien die EU-Entscheidungen blockieren werde. Majors Nachfolger Tony Blair zeigt sich kooperativer.

2001

Die Iren stimmen gegen den Nizza-Vertrag, weil sie befürchten, dass ihre Neutralität gefährdet werden könnte. Der Konflikt wird mit einer Erklärung gelöst, der zufolge der Vertrag auf die Neutralität von Irland keine Auswirkung hat. Irland ratifiziert den Vertrag im Jahre 2002. (Reuters/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.5.2005)