Szene aus "Flammend' Herz"

"Albrecht Becker" & "Flammend' Herz": 9. 6., 18 h im Top Kino

Foto: identities
"Ich liebe es, als Primitiver angesehen zu werden", sagt Herbert, und aus seinem Mund hat das Wort einen positiven Klang - wie auch "Flammend' Herz" als Ganzes eine positive Grundstimmung vermittelt; gespeist aus dem Wissen dreier Männer zwischen 85 und 91, den richtigen Lebensweg gewählt zu haben.

Herbert, Karlmann und Albert, drei Freunde unterschiedlichster Herkunft, haben sich über ihre gemeinsame Leidenschaft, das Tätowieren, kennen gelernt. Mehr als eine Leidenschaft sogar, eine Weltanschauung. Sie ziehen Bilanz ihrer bewegten Lebensgeschichten, stellen stolz ihre fast den ganzen Körper bedeckenden Tätowierungen zur Schau und erklären, wie sie zu dem kamen, was heute eine Selbstverständlichkeit ist, in ihrer Jugend aber noch als verpöntes Symbol für Subkultur oder gar Kriminalität galt.

... und da die Freundschaft der drei im Lauf der Jahrzehnte auch den einen oder anderen Knatsch hinnehmen musste, wird die Dokumentation von Andrea Schuler und Oliver Ruts nicht zuletzt auch zum Versuch, die drei endlich wieder auf einem gemeinsamen Foto zu vereinen.

Vor "Flammend' Herz" wird Hervé Joseph Lebruns Studie des lebenden Kunstwerks Albrecht Becker gezeigt. Der deutsche Fotograf, ebenfalls bereits in seinen 90ern, ging noch einige Schritte weiter als die drei: Neben Tätowierungen nahm er an seinem Körper im Lauf der Jahrzehnte eine Reihe schwerwiegender Eingriffe vor - das Ergebnis lässt er von Lebrun bereitwillig erkunden. (red)