Port-au-Prince - In Haiti ist ein französischer Diplomat von Unbekannten erschossen worden. Wie die französische Botschaft in Port-au-Prince mitteilte, wurde der Honorarkonsul der Stadt Cap- Haitien, Paul-Henri Mourral, in der Hauptstadt zunächst angeschossen. Später erlag er seinen Verletzungen. Der UNO-Sicherheitsrat verlängerte unterdessen das Mandat für die UNO-Mission MINUSTAH um zunächst nur 24 Tage.

Port-au-Prince war zeitgleich Schauplatz eines bewaffneten Angriffs auf ein Kommissariat und einen Markt, bei dem laut Augenzeugen mindestens zwei weitere Menschen getötet wurden. Die Polizei vermutete Anhänger des gestürzten Präsidenten Aristide hinter dem Angriff.

Mourral war nin seinem Auto in der Nähe des Flughafens von Port-au -Prince unterwegs, als er unter Beschuss geriet. Er sei mehrere Stunden lang im Krankenhaus von Chirurgen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen operiert worden, dann aber seinen Verletzungen erlegen. Von den Tätern fehlte jede Spur.

In Port-au-Prince erschossen bewaffnete Banden auf einem Markt nach Angaben von Augenzeugen mindestens zwei Menschen. Der Markt nahe dem Armenviertel Cité Soleil wurde in Brand gesetzt, über der Hauptstadt stieg schwarzer Rauch auf. Die Angreifer schleuderten auch Molotowcocktails auf verschiedene Ziele. Mehrere Autos, darunter zwei Polizeiwagen, gingen in Flammen auf.

Der UNO-Sicherheitsrat beschloss derweil in New York eine Verlängerung der UNO-Mission MINUSTAH zunächst nur bis zum 24. Juni. Eine Verlängerung der Mission um ein Jahr scheiterte am Widerstand Chinas. Rund 6.000 Blauhelmsoldaten und 1.400 UNO-Polizisten sind seit einem Jahr in Haiti stationiert, um bei der Befriedung des Landes zu helfen. (APA)