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Körberlgeld sei in jedem Amt üblich gewesen

Foto:APA/ROLAND SCHLAGER
Klagenfurt - In die "Trinkgeldaffäre" bei Sondertransporten in Österreich ist neben fast 650 Exekutivangehörigen auch ein Beamter der Kärntner Landesregierung verwickelt. Der 51-Jährige, der seit 2003 vom Dienst suspendiert ist, stand deshalb im März dieses Jahres bereits vor Gericht. Die Trinkgelder bezeichnete er als "Lappalien". Die Verhandlung wurde vertagt, der Akt liegt wieder beim Untersuchungsrichter.

Transportbescheide falsch ausgestellt

Dem Beamten wird vorgeworfen, Transportbescheide falsch ausgestellt und dem Land dadurch mehr als 9000 Euro Schaden zugefügt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann im Gegenzug für diese Gefälligkeiten Bestechungsgelder und Sachleistungen kassiert. Die gesamte Summe soll bis zu 50.000 Euro betragen.

Übliches "Körberlgeld"

Geld für die "Kaffeekassa" hätte es ebenso gegeben wie Essenseinladungen oder Theaterkarten. Dies sei früher "in jedem Amt üblich gewesen", meinte der Angeklagte bei der Gerichtsverhandlung. Ein Zeuge sagte aus: "Dieser Beamte ist wie ein kleiner König behandelt worden." Der Chef eines Sondertransport-Begleitdienstes sagte aus, er hätte dem Angeklagten von 1997 bis 2000 rund 1500 Euro zugesteckt. Dafür gab es Dauergenehmigungen, die den Unternehmen viel Geld ersparten. Der Prozess musste vertagt werden, da ein neues Gutachten notwendig geworden war, einen Termin für die Neu-Verhandlung gibt es laut Staatsanwaltschaft Klagenfurt noch nicht.

Österreichweit sollen zwischen 2001 und 2003 rund 300.000 Euro Schmiergelder für die reibungslose Abwicklung von Schwertransporten geflossen sein. Insgesamt sollen 647 Exekutivbeamte in die "Trinkgeldaffäre" verwickelt gewesen sein. (APA)