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Die Post will feibra ganz übernehmen und in Osteuropa zulegen. Börsepläne bleiben aufrecht.

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Wien - Die Österreichische Post AG erweitert ihre Osteuropa-Strategie und will damit in den nächsten Jahren drohende Umsatzverluste wettmachen. Nachdem die heimische Post in Kroatien, Slowenien und der Slowakei bereits in Paketgeschäft eingestiegen ist, will sie in den osteuropäischen Ländern jetzt auch in der Brief- und Werbepost-Zustellung Fuß fassen. Zukäufe plant die Post auch im Inland.

"Wachstumsstory" für Going Public

Die Post will damit eine "Wachstumsstory" für den geplanten Börsegang schaffen, erklärte Post-Generaldirektor Anton Wais nach einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag vor Journalisten. Zuvor hatte der Aufsichtsrat eine neue Mittelfristplanung beschlossen, in der das Unternehmen dem Vernehmen nach noch von stagnierenden Gewinnen und einem Umsatzrückgang bis 2008 um rund 100 Mio. Euro ausgeht. Mit der neuen Osteuropa-Strategie solle der wegen zunehmenden Wettbewerbs erwartete Umsatzrückgang am heimischen Markt aber jetzt kompensiert werden, betonte Wais.

Die neue Mittelfristplanung sei lediglich ein "Zwischenschritt", in dem die Post "als gut verteidigbare Festung im Inland, als Versorgungsunternehmen mit einer guten Dividenden-Höhe in den nächsten Jahre" dargestellt worden sei. Bis September wolle die Post nun das "Upside Potencial" (Wais) aus den geplanten Zukäufen bewerten. Die Kapitalmarktfähigkeit der Post sei aber auch ohne dieses "Upside Potencial" gegeben. Immerhin habe der Vorstand schon mit der Mittelfristplanung seine bisherigen Ziele nach oben korrigiert, betonte Wais.

Nach letzten Aussagen der Regierung sollen 25 bis 50 Prozent der Post Ende Mai/Anfang Juni 2006 an die Börse gebracht werden.

Erster Zukauf in Tschechien oder Ungarn

Der tatsächliche Einstieg ins osteuropäische Mail-Geschäft ist noch heuer geplant. Wais deutete an, dass der erste Zukauf in diesem Segment in Tschechien oder Ungarn vorgesehen sei. Die Vorverhandlungen laufen bereits. Zudem hat die Post neben jenen Ländern, in denen sie bereits vertreten ist, auch noch Rumänien und Bulgarien im Visier. Der Einstieg ins Paket-Geschäft in Bulgarien ist bereits seit längerem voravisiert, die Verhandlungen liefen dort jedoch derzeit "äußerst zäh", sagte Wais.

feibra soll zur Gänze übernommen werden

Im Inland will die Post noch heuer den Werbezusteller feibra, an dem sie bereits 75 Prozent hält, bis Jahresende komplett übernehmen. Auch eine Neuordnung des Bereichs Geschäftspakete, wo die Post derzeit mit privaten Logistik-Unternehmen im Paketdienst dpd verbunden ist, schließt Wais weiterhin nicht aus. Eine Entscheidung soll ebenfalls noch vor dem Börsegang fallen.

In den Verteilzentren Innsbruck und Graz will die Post außerdem 2006/07 die Maschinen erneuern. Welches Zentrum zuerst drankommen wird und ob man in Innsbruck überhaupt auf einen Standort übersiedeln wird, ist noch nicht entschieden. (APA)