Wien - Laut einer neuen Studie des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young war 2004 das Jahr der Wende für die weltweiten Börsen. Die Zahl der Unternehmen, die den Schritt auf den Kapitalmarkt gewagt haben, hat sich im Vergleich zu 2003 verdoppelt. Die Summen, welche die Unternehmen durch ihre Erstnotierungen (Initial Public Offering) aufbringen konnten, stiegen um nahezu 150 Prozent - erstmals seit 2000 wieder ein Zuwachs.

Gründe für diesen Anstieg seien die günstigere wirtschaftliche Lage sowie das gestärkte Vertrauen in die Börse, so Ernst & Young.

Gegenläufiger Trend in Wien und Frankfurt

Die Wiener Börse sowie der Frankfurter Aktienmarkt hingegen erlebten einen gegenläufigen Trend. In Wien gab es im Vorjahr laut Ernst & Young nur zwei Erstnotierungen, die insgesamt nur 82, 9 Millionen Euro brachten. Nach Angaben der Wiener Börse war es jedoch überhaupt nur ein Börsengang, und zwar jener von Brain Force, mit einem Volumen von 24,9 Millionen Euro - dafür gab es aber immerhin fünf Kapitalerhöhungen.

Die meisten Börsengänge verzeichneten im Vorjahr Nordamerika und Asien. Europa war mit einem Emissionsvolumen von rund 25 Milliarden Euro nur auf Rang drei. Größter weltweiter Börsengang im Jahr 2004 war laut Ernst & Young jener der belgischen Telekom-Gesellschaft Belgacom, mit einem Gesamtvolumen von 4,4 Milliarden Euro.

Prognosen für das Jahr 2005 will Ernst & Young nicht abgeben. Allerdings ist man dort der Meinung, dass es viele Unternehmen gebe, die knapp vor einem Börsengang stünden. Durch diese könnte sich die positive Entwicklung des Jahres 2004 fortsetzen. (bep, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.6.2005)