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"Holz wird der Rohstoff der Zukunft sein", zeigt man sich bei den Bundesforsten zufrieden.

Foto: APA/Bundesforste

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Wien - Die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf AG) setzt auch weiterhin auf Wachstum. Potenzial sieht man vor allem in den Geschäftsfeldern Immobilien und Dienstleistungen sowie in der Biomasse und den Auslandsaktivitäten. Bis 2010 soll das Ergebnis von derzeit 22 auf 45 Mio. Euro verdoppelt werden, so das Ziel. Die Holzpreise haben sich heuer leicht erholt, die Bundesforste gehen für 2005 dennoch - nicht zuletzt wegen einer geringeren Holzerntemenge - von einem leicht niedrigeren Ergebnis in Höhe von 20 bis 21 Mio. Euro aus, so die beiden ÖBf-Vorstände Georg Erlacher und Thomas Uher am Montag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

"Wir müssen weiter wachsen", so die beiden Bundesforste-Chefs, die nicht nur die "Kosten in den Griff" bekommen, sondern auch die Logistik optimieren und den bestmöglichen Preis für Holz erzielen wollen. Die Holzerntemenge (Einschlag) werde - trotz steigender Nachfrage - im Sinne der Nachhaltigkeit zurückgenommen, hieß es. Es gebe bei den ÖBf zwar nach wie vor mehr Holzzuwachs als genutzt werde, diese Mengen seien aber meist in unwegsamen Regionen und dienen meist als Schutzwald.

Österreich weiter stark importabhängig

Zum anderen sei die nach oben zeigende Preistendenz nicht so stark, dass sich das im Ergebnis niederschlagen werde, erläuterte Erlacher. Grundsätzlich sei aber ein "positiver Trend" bei Rohstoffen erkennbar: "Holz wird der Rohstoff der Zukunft sein", zeigte man sich zuversichtlich. Österreich sei nach wie vor stark importabhängig, das Holz komme vor allem aus den Nachbarländern. Dort steige aber die Nachfrage auf Grund zunehmender Investitionen. Es gehe künftig also darum, jene Holzmengen zu mobilisieren, die gebraucht werden, so die Holzexperten.

Das Geschäftsjahr 2004 stand für die ÖBf im Zeichen eines schwierigen Marktumfelds. Die Folgen des Windwurfs vom November 2002 und der Borkenkäfer-Plage 2003 führten zu großen Schadholz-Mengen (60 Prozent der Holzernte von 2 Mio. fm) und entsprechendem Preisverfall (14,7 Prozent im Vergleich zu 2002). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) vor Fruchtgenuss ist daher von 27,2 auf 22,9 Mio. Euro gesunken. Seit der Ausgliederung 1997 wurden 172,81 Mio. Euro an den Bund bezahlt. Die Betriebsleistung ging von 195 auf 175 Mio. Euro zurück.

Sonderdividende von 30 Millionen

An den Eigentümer, die Republik Österreich, führten die Bundesforste im Vorjahr 30 Mio. Euro (2002: 7,2 Mio. Euro) als "Sonderdividende" und 7,65 Mio. Euro (2003: 9,06 Mio. Euro) Fruchtgenussentgelt ab. Die Eigenmittelquote reduzieret sich durch die außergewöhnlich hohe Dividende von 52 auf 48,9 Prozent. Der Cash-flow ging leicht von 21,8 auf 19,8 Mio. Euro zurück.

Wie berichtet erhöhte der Bund das Grundkapital der ÖBf von 14,5 auf 150 Mio. Euro durch Umwandlung eines Teils der ungebundenen Kapitalrücklagen. Außerdem übernahm die Republik per 01. Jänner 2005 sämtliche Pensionslasten der ÖBf AG. Im Gegenzug dafür wurden 100 Mio. Euro an Pensionsrückstellungen von den Bundesforsten an den Bund übergeben.

Mehr Engagemetn im Bereich erneuerbare Energie

Die Bundesforste engagieren sich zunehmend im Bereich erneuerbare Energie. Derzeit entsteht laut ÖBf am Standort Wien-Simmering das weltweit größte, ausschließlich mit Wald-Biomasse betriebene Kraftwerk. Träger dieses Projektes sind zu je einem Drittel die Bundesforste, die Wienstrom GmbH und die Fernwärme Wien GmbH. Auch in der 50-Prozent-Beteiligung Strom und Wärme aus Holz (SWH), an der eine Kelag-Tochter Hälftepartner ist, soll die Kapazität deutlich erhöht werden, was zu deutlich mehr Nachfrage bei Biomasse führen werde.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Bundesforste erstmals durchgehend im Rahmen von Beteiligungen im Ausland operativ tätig. Mittlerweile umfasst die Bundesforste-Gruppe sieben Beteiligungen, darunter die Foria-ÖBf, die gemeinsam mit den finnischen Staatsforsten gegründet wurde. Neben Holzernte und Holzhandel in Rumänien arbeitet Foria-ÖBf derzeit in Russland und Rumänien am Aufbau von Musterforstbetrieben. 2004 wurde die Geschäftstätigkeit der Foria-ÖBf auf Tschechien und die Slowakei ausgeweitet. (APA)