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Es scheint eine einzigartige, große Liebe, die "Liebe des Lebens" zu sein. Eine solche mag zwar nicht gerade alltäglich sein, aber die Beschreibung in diesem Roman ist es allemal. Nahezu klassisch spielt es sich hier ab: Er, verheiratet, verspricht ihr, seiner Geliebten, die Scheidung. Sie müsse nur Geduld haben, immerhin sei da das Kind, das verstehe sie doch sicher. Sie, Single, glaubt ihm, übt sich in Geduld. Ist er doch ihre große Liebe und umgekehrt verhält es sich genauso. Daran glaubt sie, das empfindet sie, liest es in seinen zärtlichen Gesten, Mimiken und Worten. In seinem gesamten Habitus strömt dieses Gefühl zu ihr und sie erwidert ebenso leidenschaftlich.

Dass letzteres auch wörtlich ausfallen kann, im Sinne von Leiden schaffen, beunruhigt sie zwar zunehmend, sie entschuldigt jedoch seine Gewaltausbrüche und wahnwitzigen Besitzansprüche - verdrängend - als "Ausrutscher" seiner Überforderung. Dreizehn lange Jahre. Er, noch immer verheiratet. Sie, ihm noch immer treu ergeben. Doch die Situation spitzt sich zu, wird für sie von Tag zu Tag unerträglicher. Bis sie erfährt, dass sie nicht die einzige Liebe seines Lebens ist und sie beschließt, ihn zu verlassen.

"Margrets Mann", in Vor- und Rückblenden geschrieben, beschreibt die mögliche Verbindung von Frauen, die zumindest eines gemeinsam haben bzw. hatten: den Mann. Und endet mit dem (Selbst)Mord desselben. (dabu)