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Auf 500.000 bis 800.000 Pfund schätzen Christie's-Experten die am 8. Juni zur Auktion gelangende Weltkarte des deutschen Kartografen Martin Waldseemüller.

Foto: AP /Adam Butler
London - Die erste Weltkarte, die den neu entdeckten Kontinent im Westen "Amerika" nannte, kommt am Mittwoch in London unter den Hammer. Wie das Auktionshaus Christie's am Montag mitteilte, soll das 500 Jahre alte, "wirklich bahnbrechende" Dokument zwischen umgerechnet 740.000 und 1,2 Millionen Euro bringen.

Die Karte, die 1507 von dem deutschen Kartographen Martin Waldseemüller gedruckt wurde, ist nicht nur das erste schriftliche Zeugnis des Namens "Amerika", sie ist auch das erste gedruckte Abbild der Erde als Kugel, das erste Dokument, auf dem Nord- und Südamerika getrennt dargestellt werden und die erste Beschreibung des Pazifischen Ozeans.

"Einer der Höhepunkte der Kartographie"

Die zu versteigernde Karte ist eins von nur vier bekannten Exemplaren der Waldseemüller-Karte. Ein europäischer Sammler hatte sie 2003 unter seinen Beständen entdeckt. "Diese Karte ist eine der aufregendsten Entdeckungen meiner Karriere und einer der Höhepunkte der Kartographie", schwärmte Tom Lamb vom Auktionshaus Christie's. Das simple Stück Papier enthalte so viele neue und gewagte Entdeckungen, es markiere einen Quantensprung der Wissenschaft.

Rene II, Herzog von Lothringen, hatte die Karte 1505 in Auftrag gegeben und die Wissenschaftler um Waldseemüller dazu mit einer Reisebeschreibung des Amerikafahrers Amerigo Vespucci ausgestattet. Ein Exemplar war 1871 entdeckt worden, es liegt bei der Universität von Michigan im US-Bundesstaat Minnesota. Zwei weitere Exemplare werden in Deutschland aufbewahrt.(APA)