Salzburg – Im Gegensatz zu ihren oberösterreichischen Parteifreunden rechnen Salzburgs Grüne offenbar nicht mit vorgezogenen Nationalratswahlen. Während die Oberösterreicher mit Blick auf mögliche Neuwahlen ihre für Oktober geplante Landesversammlung vorgezogen und bereits am vergangenen Wochenende ihre Kandidaten gewählt hatten, sehen die Salzburger keinen Grund zur Eile: Man gehe die Vorbereitungen "entspannt" an, so die Sprecherin der Landtagsfraktion Elisabeth Schmidt.

Die Landesversammlung werde am 15. Oktober abgehalten. Für die Grünen ein interner "Supersamstag": Neben den Parlamentskandidaten wird auch der Landessprecher und die Parteigeschäftsführung gewählt. Wer sich für die Nationalratsliste bewerben wird – die Grünen haben bei der vergangenen Nationalratswahl in Salzburg erstmals ein Grundmandat errungen – ist offiziell völlig offen: Die Bewerbungsfrist endet Mitte September.

Parteiintern freilich brodelt die Gerüchteküche. Als sicher gilt, dass sich Nationalratsabgeordnete Heidi Rest-Hinterseer erneut bewerben wird. Rest-Hinterseer hatte sich vor dem vergangenen Urnengang gegen den Klubchef der Bürgerlistengemeinderatsfraktion Helmut Hüttinger durchgesetzt. Hüttinger dürfte nicht mehr antreten. Rest-Hintersseer könnte aber dennoch Konkurrenz bekommen. Allen voran werden Landesparteigeschäftsführerin Birgit Schatz Ambitionen auf einen Karrieresprung nachgesagt. Auch Frauensprecherin Martina Berthold wird als mögliche Kandidatin genannt. Berthold hatte 2004 als Listendritte das Landtagsmandat nur knapp verfehlt. (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.6.2005)