"Lalecet al hamaim / Walk on water": 9. 6., 20 h im Filmcasino

Zuvor bereits:

"Shlah Li Mal'ah / Send me an angel": 7. 6., 22 h im Top Kino

Foto: identities


"Gan / The Garden": 9. 6., 22 h im Top Kino

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Eytan Fox hat ein Händchen für plakative Plots, ohne dabei in allzu seichte Gewässer abzugleiten. 2003 lief sein Film "Yossi & Jagger" über die tragische Liebesgeschichte zweier israelischer Soldaten bei identities, heuer folgt sein danach entstandener Film "Lalecet al hamaim" .

Israel bildet diesmal nur einen von zwei Schauplätzen - der zweite, in schicksalsschwangerer Verknüpfung, ist Deutschland. Eyal (Lior Ashkenazi) arbeitet als Agent und Killer für den israelischen Geheimdienst. Für seinen jüngsten Auftrag wird er auf die Enkelkinder eines untergetauchten und - wie sich bald herausstellt - immer noch lebendigen Naziverbrechers angesetzt. Dass Eyal sich mit dem schwulen Enkelsohn Axel (Knut Berger) anfreundet, erleichtert ihm zunächst die Arbeit, wird ihn jedoch auch vor ein Gewissensproblem stellen.

Umgekehrt muss sich der pazifistisch verträumte Axel, dem bescheinigt wird "wie ein Engel" zu sein, der Erkenntnis stellen, dass sein positiver Weltentwurf keiner mit weit zurück reichender Geschichte ist. Täter- und Opferrollen werden mehrfach getauscht und hinterfragt; Fox surft - wieder einmal - an allen möglichen Grenzen entlang.

Tags zuvor setzt die 45-minütige Liebesgeschichte "Shlah Li Mal'ah / Send me an angel" von Nir Ne'Eman auf Musik in jeder Spielart, um Ronnys Suche nach dem Traumprinzen voranzutreiben. Videoclip-artige Sequenzen überzeugen nicht gerade - schöner ist es schon, wenn der Verkäufer eines aufgesuchten Ladens an der Gitarre sitzt und "Untitled" von The Cure wispert. Oder zum Schluss Kermit der Frosch höchstpersönlich croonen darf.

Im Vorprogramm zu "Send me an angel" läuft noch einmal das bereits am 3. 6. gezeigte "Diary of a Male Whore" - und das Thema männliche Prostitution rundet "Gan / The Garden" ab. Die Dokumentation von Ruthie Shatz und Adi Barash, die auch auf der vorjährigen Viennale - als einer der letzten verbliebenen Filme mit schwuler Thematik - gezeigt wurde, handelt von den beiden Strichern Nino und Dudu in Tel Aviv. Einer ist Araber, der andere Israeli; dennoch stehen die beiden in unerschütterlicher Freundschaft zueinander. (Josefson)