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Wien - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) warnt neuerlich vor unseriösen Finanzdienstleistern. Diesmal handelt es sich um drei Firmen mit angeblichen Sitz in den USA, nämlich der Benson & Raymond Acquisition (201 California Street, Suite 100, San Francisco, California 94111, USA), Goldman Taylor Associates (796 Fifth Avenue, New York, NY 10021-8401), Oakmont Financial Mergers (130 Bellevue Avenue, New Port RI, 02840) und Nationwide Merger & Acquisitions (3178 Johnson Ferry Road Northeast, Atlanta, GA 30303).

"Der FMA ist kein Fall bekannt, bei dem das investierte Geld oder gar ein vermeintlicher Gewinn an den Investor rücküberwiesen worden ist. Es ist vielmehr von einem komplex organisierten Betrug auszugehen", teilt FMA-Vorstandsmitglied Kurt Pribil am Dienstag mit.

Keine Konzession

Die genannten Unternehmen besitzen laut FMA keine Konzession, in Österreich die Beratung über die Veranlagung von Kundenvermögen, die Verwaltung von Kundenportefeuilles mit Verfügungsvollmacht im Auftrag des Kunden sowie die Vermittlung von Geschäftsgelegenheiten zum Erwerb oder zur Veräußerung von bestimmten Finanzinstrumenten anzubieten.

Als Referenz verweisen diese Anbieter unter anderem auch auf vermeintliche Aufsichts- oder Regulierungsinstitutionen in den USA, die von Fall zu Fall - unter verschiedenen Telefon- oder Faxnummern sowie Email-Adressen - kontaktiert werden können und Auskünfte im Sinne des Anbieters erteilen: International Regulatory Commission, International Exchange Regulatory Commission oder International Compliance Commission.

Dubiose Finanzdienstleister

Die FMA stellt dazu fest, dass es sich bei diesen Referenzen um keine in den USA gesetzlich autorisierten Aufsichts- oder Regulierungsinstitutionen handelt. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass sie mit den dubiosen Finanzdienstleistern zusammenarbeiten.

Zahlreiche Anleger in Österreich wurden von den genannten Anbietern unaufgefordert via Email, Telefon oder Fax kontaktiert. Ihnen wurden vor allem Aktien der Unternehmen "Alliant Diagnostics Inc." (USA) sowie "Soccer Direct International Limited" (Seychellen) in außerbörslicher Transaktion angeboten. Dabei solle es sich um lukrative Investments in sogenannte Start-up-Unternehmen handeln, so die Anbieter.

Probleme bei Gewinn-Realisierung

So lange der Anleger investiert bleibt, werden in fiktiven Buchungsmitteilungen ansehnliche Gewinne ausgewiesen, um weiteres Geld herauszulocken, so die FMA. Will der Anleger sein angebliches Investment verkaufen, um die vermeintlichen Gewinne zu realisieren, so treten plötzlich Probleme auf. Er wird etwa zuerst aufgefordert, Geld nachzuschießen, um inzwischen eingetretene Verluste ausgleichen zu können, oder er wird aufgefordert, vorab Gebühren oder Steuern - mit kopierten originalen US-Steuerformularen - zu überweisen, damit der Gewinn tatsächlich lukriert werden kann. Weiters wird vorab die Zahlung einer "restriction fee" bzw. einer "lock-up fee" - zum Teil auch vorgeblich "refundable" - verlangt. Trotz dieser Zahlungen kann aber der vermeintliche Anlagegewinn nicht realisiert werden, wird kein Geld an den Anleger rücküberwiesen. Zum Teil kontaktieren den Kunden dann auch vermeintliche Dritt-Anbieter, die vorgeben gegen derartige Gebühren das investierte Geld zurückzuführen, so die FMA.

"Seien Sie besonders misstrauisch, wenn Sie ein Finanzdienstleister kontaktiert, ohne dass Sie ihn dazu aufgefordert haben", mahnt FMA-Vorstandsmitglied Kurt Pribil die Anleger zu äußerster Sorgfalt und Vorsicht bei der Geldanlage. Dieses so genannte "Cold Calling" ist in Österreich gesetzlich verboten. "Überprüfen Sie, ob der Anbieter überhaupt berechtigt ist, die angeboten Finanzdienstleistung zu erbringen, über die entsprechende Konzession verfügt. Und überprüfen Sie auch sorgfältig von diesem Anbieter vorgegebene Referenzen", so Pribil weiter. Ein telefonischer Rückruf, ein Fax, ein Email oder eine beeindruckende Website im Internet seien jedenfalls noch lange kein Beleg für die Seriosität eines Anbieters. (APA)