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Wolfgang Anzengruber, Vorstandschef der Palfinger AG.

Foto: APA/Gindl
Wien - Der börsenotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger AG steht vor einem neuerlichen Rekordjahr. "Umsatz und Ergebnis werden heuer mindestens um 10 Prozent zulegen, das ist das Minimum", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber am Dienstag im APA-Gespräch. Im Jahr 2004 hatte Palfinger einen Rekordumsatz von 403,7 Mio. Euro (+21 Prozent) und ein EBIT von 41,7 Mio. Euro (+62 Prozent) verzeichnet. Dementsprechend ist auch eine neuerliche Anhebung der Dividende (1,10 Euro für 2004) zu erwarten.

"Es wird sicher das beste Jahr in unserer Geschichte", unterstrich Anzengruber. Die Auslastung sei nach einem starken ersten Quartal weiter sehr hoch, es gebe überall "viel Dynamik und hohe Motivation".

Spanien ist wichtigster Markt

Wichtigster Markt ist mit knapp 13 Prozent am Gesamtumsatz Spanien vor der Gruppe Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Skandinavien und den USA. In Summe entfällt auf diese Länder knapp die Hälfte der Gesamtumsätze. Starke Zuwächse gebe es insbesondere in den neuen EU-Ländern Mitteleuropas. Die deutsche Bauwirtschaft habe sich zwar noch nicht erholt, die dortige Stagnation habe man aber durch Zuwächse in anderen Märkten, Effizienzsteigerungen und um durchschnittlich 4 Prozent höhere Preise wettmachen können.

Für China und Indien "noch zu früh"

Frühere Sorgenkinder wie die französische Tochter Guima hätten mittlerweile "die Intensivstation verlassen", so Anzengruber. Jetzt gehe es aber darum, alle Bereiche in zweistellige Margen zu bringen. Über mögliche bevorstehende Akquisitionen wollte sich der Unternehmenschef heute nicht äußern.

Während sich Palfinger als Weltmarktführer im Kernbereich Lkw-Knickarmkrane (30 bis 32 Prozent Marktanteil) längst in der hochprofitablen Zone bewegt, müssten die Margen in den Feldern Crayler, Ladebordwände, Abrollkipper oder Hubarbeitsbühnen - wo im Vorjahr die deutsche Bison stematec übernommen wurde - noch deutlich erhöht werden. Im Gesamtjahr soll erstmals auch der Bereich Hydraulische Systeme wieder schwarze Zahlen schreiben, der 2004 bei 111,8 Mio. Euro Umsatz ein EBIT von -2,3 Mio. Euro aufgewiesen hatte. Das Krangeschäft war mit 44 Mio. Euro EBIT und 291,9 Mio. Euro Umsatz hochprofitabel.

Ziel: Weltweit "Top 3" in allen Bereichen

Auf Sicht will Anzengruber in allen Tätigkeitsbereichen unter die weltweiten "Top 3" vorstoßen, ein Ziel, das vor allem bei Ladebordwänden noch weit entfernt ist. Sei dies nicht möglich, werde man sich konsequent davon verabschieden, wie dies etwa bei e-Logistik der Fall war. "Das können andere viel besser", mussten die Salzburger feststellen.

Mittelfristig - in drei bis fünf Jahren - sollen auch Indien und China "signifikante" Umsatzbeiträge leisten, derzeit sei die Zeit für die Palfinger-Produkte dort aber noch nicht reif, so Anzengruber. Eine Produktion in China sei noch länger kein Thema - und wenn, dann nur für den lokalen Markt. "Wir sind mit unserer günstigen Produktion in Bulgarien und Slowenien sehr gut aufgestellt", sagte Anzengruber. Der Lohnunterschied sei nicht so groß, dazu würden hohe Transportkosten aus China nach Europa anfallen. Russland sei als Markt interessant, aber noch schwieriger einzuschätzen.

Derzeit knapp 3.000 Mitarbeiter

Palfinger beschäftigt derzeit knapp 3.000 eigene Mitarbeiter, davon gut 800 in Österreich und 800 bis 900 in Bulgarien. Die Halbjahreszahlen werden offiziell am 11. August präsentiert.

Nach wie vor hält die Gründerfamilie Palfinger 64 Prozent der Aktien, 5 Prozent gehören dem Management. Die verbleibenden 31 Prozent stehen in Besitz privater oder institutioneller Investoren hauptsächlich aus Schweden, den Niederlanden, der Schweiz, Deutschland und Österreich. (APA)